Faymann nimmt Sportler nach Olympia-Pleite in Schutz
Werner Faymann hat den rot-weiß-roten Olympia-Teilnehmern seinen Respekt ausgesprochen. Die Debatte über ein neues Sportgesetz könne nicht "auf dem Rücken der Sportler geführt werden", so der Bundeskanzler.

Foto © APAWerner Faymann
Bundeskanzler Werner Faymann hat die österreichischen Sportler nach dem Debakel bei den olympischen Sommerspielen in London in Schutz genommen. Nach dem Ministerrat meinte der SPÖ-Chef Dienstagmittag, er habe vor jedem einzelnen Respekt, dem es gelungen sei, sich für die Bewerbe in der Britischen Hauptstadt zu qualifizieren. Daher wolle er noch mal allen Sportlern danken.
Sportminister Norbert Darabos zeigte sich am Dienstag den Journalisten im Ministerrat nicht. Er hatte während der Spiele gesagt, Olympiatourismus sei nicht das Ziel.
Für Faymann sei es nun nach den medaillenlosen Spielen notwendig, ein Gesamtkonzept vorzulegen, um künftig wieder Erfolge zu ermöglichen. Er sei überzeugt, dass es Darabos gelingen werde, ein neues Sportgesetz zustande zu bringen. Die Debatte darüber werde wohl mit vielen Emotionen behaftet sein, sie dürfe aber nicht am Rücken der Sportler ausgetragen werden.
Sympathien für tägliche Turnstunde
Was die von Darabos angeregte tägliche Turnstunde angeht, zeigten sowohl Faymann als auch Vizekanzler Spindelegger nach dem Ministerrat Sympathien dafür. Beide machten aber klar, dass dieser zusätzliche Schulsportunterricht nicht alleine zu besseren Ergebnissen im Spitzensport führen würden.
Die Turnstunde für medaillenlose Spiele verantwortlich zu machen, lehne er jedenfalls ab, betonte der Kanzler und schlägt damit ähnliche Töne an wie Unterrichtsministerin Schmied. Wären die Spiele in London für Österreich erfolgreich gelaufen, hätte auch niemand gesagt, das liege am Sportunterricht, so die Ministerin.
Kritischer steht Schmied der täglichen Sportstunde gegenüber: Wer diese fordere, müsse die ganztägige Schule fordern, heißt es aus ihrem Büro. Eine tägliche Sportstunde sei nur im Rahmen der Schulautonomie oder in der Tagesbetreuung an Ganztagsschulen - auch in Kooperation mit Sportvereinen - möglich.














