Auf Lokalaugenschein im Londoner Olympic Park

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Der Olympic Park im Osten Londons öffnet mehr und mehr seine Pforten. Exakt einen Monat vor der Eröffnung der Spiele wurde das Main Press Center (MPC) und das International Broadcast Center (IBC) für die weit mehr als 20.000 akkreditierten Journalisten geöffnet, womit das Herzstück des weltweit größten Sport-Ereignisses nun Tag für Tag mehr bevölkert wird. Rund um die Wettkampfstätten selbst wird aber noch fast überall fleißig gewerkt. Gerüste, Container-Dörfer, gelb und weiß behelmte Arbeiter, ein-und ausfahrende Liefer-Lkw - kaum zu glauben, dass hier in wenigen Wochen alles zur Übergabe bereit sein soll. Orangisationschef Sebastien Coe gab in einem BBC-Interview aber gelassen Entwarnung. "Ich habe in der Leichtathletik 13 Weltrekorde aufgestellt. Mein 14. wird nicht sein, dass dies die ersten Spiele sein werden, die nicht rechtzeitig fertig werden."
Der frühere Weltklasseläufer misst den noch zu verrichtenden Arbeiten große Bedeutung zu. "Jetzt geht es um die Details, die den Unterschied zwischen guten und schlechten Spielen ausmachen", sagte er. Damit mag er etwa das Besprühen der Grünanlagen im Olympischen Dorf gemeint haben. Während die Gärtner ihre Arbeit verrichten, bringen Lieferautos die letzten Utensilien für die Wohneinheiten. Die ersten Aktiven werden am 16. Juli einziehen, am Tag der Angelobung der ÖOC-Athleten. Die Kontrollen beim Eintritt in den Olympic Park wirken noch ein bisschen behelfsmäßig, werden aber genau durchgeführt. Der Sicherheitsaspekt ist einer der wichtigsten dieses "big events". Besucher des Olympic Parks werden angehalten, eher kleinere Taschen mit wenig Inhalt mitzubringen. Denn dann sei man nicht nur schneller durch die Kontrolle, sondern würde auch insgesamt die flottere Abwicklung dieses unverzichtbaren Elements fördern.
Im vierstöckigen, mit dem IBC verbundenen MPC arbeiten bereits vereinzelt Journalisten. Die großen Agenturen und Medien nutzen die Zeit, um schon frühzeitig ihre Büros einzurichten. Im Erdgeschoß stößt man recht rasch auf den mit 816 Arbeitsplätzen ausgestatteten Haupt-Presseraum. Er trägt den Namen von John Rodda, einem 2009 verstorbenen Londoner Olympia-Journalisten des "Guardian". 72 Fernseher und 6 überdimensionale Bildschirme befinden sich in diesem Bereich. Ein Stockwerk darüber befinden sich u.a. die Räume für Pressekonferenzen, ein großer und vier kleinere. Die kleineren tragen die Namen Piccadilly, Tower, Trafalgar und Buckingham. Will man danach mit einem Athleten oder Funktionär noch unter vier Augen plaudern, zieht man sich in den in mehrere Abteilungen gegliederten Interviewraum zurück. Die oberen beiden Stockwerke sind ausschließlich den Büros von Presse-Agenturen, größeren Medien und bestimmten Organisationen vorbehalten.
Im Grunde könnten die Journalisten die gesamten Spiele über vom Main Press Center aus arbeiten. Abgesehen vom dort gesicherten lückenlosen Informationsfluss gibt es einen kleinen Supermarkt, eine Apotheke, eine Wäscherei, einen Arzt, einen Schönheitssalon und ein Fitness-Center. Wenn einem der Stress einmal zu viel wird, steht ein Ruheraum mit 40 Liegen bereit. Braucht man sonst irgendeine Hilfe, helfen einem schon jetzt stets die in lila-roten T-Shirts gekleideten "Volunteers". Da mit leerem Magen nicht gut arbeiten ist, werden den Medienvertretern etliche Restaurants und Cafes geboten. Einige davon liegen an der "High street" zwischen MPC und IBC, das dreistöckige "Catering Village" befindet sich neben dem MPC und damit nicht wie zuletzt in Athen 2004 und Peking 2008 im MPC-Kellergeschoss. Als die APA am Donnerstag vorbeischlenderte, war die als Olympia-Sponsor fungierende Fast-Food-Kette gerade dabei seine bei Spielen traditionelle Filiale einzurichten.
"Austro"-Seilbahn über die Londoner Themse eröffnet
Knapp einen Monat vor Beginn der Olympischen Sommerspiele in London (27. Juli bis 12. August) ist in der Gastgeberstadt erstmals eine Luftseilbahn eröffnet worden. Londons Bürgermeister Boris Johnson unternahm am Donnerstag die erste Fahrt in einer der Gondeln über die Themse. Die von der österreichisch-schweizerischen Doppelmayr/Garaventa-Gruppe errichtete Bahn verbindet das Messezentrum ExCel-Centre über einen Kilometer Länge mit dem Millennium-Dome, einer Veranstaltungshalle für große Musik- oder Sportereignisse. Beide werden während der Olympischen Spiele für Sportwettkämpfe genutzt.
Die Anlage kostete 60 Millionen Pfund (75 Millionen Euro) und wurde hauptsächlich aus privaten Mitteln, vor allem der Fluggesellschaft Emirates, finanziert. Die Umlauf-Gondelbahn soll nach Olympia als Verkehrsmittel für Pendler bestehen bleiben. Die Seilbahn hat eine Kapazität von 2.500 Passagieren pro Stunde. Aus den Gondeln genießen die Fahrgäste aus bis 91 Metern Höhe einen Rundumblick auf die Sehenswürdigkeiten der Olympiastadt.













