Das richtige Outfit für Olympia
Die Snowboarder waren die ersten bei der Einkleidung für Vancouver 2010. Die 40-teilige Ausrüstung ist "traditionell bis retro" und "sehr funktionell".
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Österreichs Snowboarder haben hinsichtlich Olympia in Vancouver aufs Erste die Nase vorne. Sie stellten am Samstag neben Freestylerin Margarita Marbler und Eiskunstläuferin Miriam Ziegler das Hauptkontingent jener Sportler, die sich im Wiener Hilton Hotel die 40-teilige Olympia-Bekleidung für die Spiele in Kanada abholten. Was da über den Tisch ging, war wahrlich beachtlich und stellt einen Gesamtverkaufswert von 720.000 Euro dar.
Die erste Olympia-Einkleidung unter Neo-Präsident Dr. Karl Stoss trägt klassisch-österreichische Züge. Rot überwiegt, sogar ein Schladminger-Sakko der Firma Schneiders und damit praktisch ein "Walkjanker" als Teil der Festkleidung findet sich im Sortiment. Die Wärmekleidung kommt von Schöffel, der Freizeitbereich wird von Erima und Eisbär abgedeckt.
Als "sehr gelungen" bezeichnet Stoss die Olympia-Bekleidung. "Wir sind eine Gebirgsregion, also passt auch der Janker. Ich wäre diesbezüglich ja sogar noch weiter gegangen", sagte der Casinos-Chef, der seit Oktober im Amt ist und dessen Cousin Hans Stohs, ein Vorarlberger Hotelentwickler mit kanadischer, österreichischer und US-Staatsbürgerschaft, in Whistler neuer Chef des Österreich-Hauses sein wird.
Die Boarder zeigten sich von der Funktionalität angetan, aber natürlich hatte man im Lager der eher an saloppe Kleidung gewöhnten Freigeister in der Olympiamannschaft unterschiedliche modischen Zugänge. "Alles passt gut zu Österreich. Die Farben unserer Flagge sind deutlich sichtbar und ich bin ja Patriot", meinte etwa Slalom-Weltmeister und PGS-Mitfavorit Benjamin Karl, der nach der Einkleidung und einem Porträt-Shooting - jeder Olympiastarter bekommt seine Post-Briefmarke - nach Marburg zu einem Showbewerb düste. "Ich bin ja privat auch Lederhosenträger und sehe die Mode sehr verbunden mit dem Land. Es ist alles sehr traditionell, das taugt mir sehr", meinte der Niederösterreicher.
Auch Karls Teamkollegin Doris Günther unterstrich den traditionellen Charakter und die Funktionalität des Gewandes. "Ich stehe zwar als Boarderin persönlich auf andere Farben und Schnitte, aber die Kleidung repräsentiert Österreich sehr gut und erinnert mich mehr an ein Schilehrergewand. Und nachdem wir ein Land von Schilehrern sind, passt das schon", sagte die Weltcup-Gesamtsiegerin aus Salzburg. Olympia-Neuling Ina Meschik meinte: "Da sind super Sachen dabei, ich habe die volle Freude damit". Snowboard-Legende Sigi Grabner meinte nach dem Überstreifen eines blauen Pullovers: "Sehr cool, weil sehr retro. Ich komm mir ein bisserl vor wie Franz Klammer!"
Über Grabners viertem Olympiastart stand am Einkleidungs-Wochenende insofern noch ein Fragezeichen, als der Kärntner Bronzemedaillengewinner von Turin wegen seiner Fußgelenksverletzung immer noch Gips trägt und damit in den zwei Monaten vor Olympia kein Rennen bestritten haben wird. "Ich tu aber alles und bin zuversichtlich, dass es klappt, weil ich dank des Gipses volles Kraft- und Konditionstraining machen konnte", gab sich der 34-Jährige am Samstag aber zuversichtlich.
Grabner wird aber in jedem Fall bei den Spielen sein, auch wenn es sportlich nicht klappen sollte. Als "Firmenchef" der in Kärnten produzierten SG-Snowboards hat der Kärntner an die 15 Fahrer bei Olympia am Start. Fix ist bereits, dass Grabner seine Karriere fortsetzt und zumindest eine Saison weiterfährt.

















