"Ananas-Express" bringt Frühlingsluft nach Vancouver
Exakt einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele in Vancouver (12.-28.2.) bringt der sogenannte "Ananas-Express" frühlingshafte Temperaturen in die westkanadische Metropole.

Foto © GEPA
Während weite Teile Nordamerikas im Schnee versinken, sorgt die vom Pazifik kommende Luftströmung an den Olympia-Schauplätzen für ungewöhnlich milde Temperaturen und Regen. Für Dienstag waren in Vancouver zehn Grad angesagt, im 125 Kilometer nördlich gelegenen Whistler hat es tagsüber sechs Grad über Null, und daran soll sich in den nächsten Tagen nichts ändern.
"Vancouverites"
Milde Winter sind normal in Vancouver. In der ersten auf Meereshöhe gelegenen Stadt, die Winterspiele ausrichtet, hat es sonst um diese Jahreszeit durchschnittlich fünf Grad Celsius. Auch an viel Regen sind die "Vancouverites" gewöhnt. Dennoch ist das milde Wetter derzeit Thema Nummer 1 in der Olympia-Stadt. Was vor allem daran liegt, dass es im Rest des riesigen Landes vielerorts bitterkalt war und ist. In Vancouver reicht dagegen beim Golfen oder Rad fahren am Pazifik eine leichte Jacke - und ein Regenschirm in Reichweite.
Weil in Vancouver die olympischen "Hallendisziplinen" Eishockey, Eisschnelllauf, Eiskunstlauf und Curling stattfinden, stellt das warme Wetter keine Gefahr für die Bewerbe dar. Auch in Whistler (670 Meter über Meereshöhe), wo die alpinen und nordischen Sportarten ausgetragen werden, liegen die Temperaturen deutlich über dem Jänner-Durchschnitt von null Grad.
Da Whistler jedoch im November mit rund vier Metern einen Schneefall-Rekord zu verzeichnen hatte, gefährdet der Wärmeeinbruch im alpinen Schiort die Olympia-Bewerbe nicht. Die Schneehöhe in Whistler beträgt 2,40 Meter, zudem wurden bereits im November und Dezember vorsorglich Schneedepots angelegt. Die Strecke für Snowboard und Freestyle-Bewerbe in Cypress Mountain wurde am Montag nach heftigem Regen gesperrt, doch das brachte im Organisationskomitee (VANOC) niemanden aus der Ruhe. Man sei "für die Spiele gerüstet und bereit", hieß es. Vancouver putzt sich indessen farbenfroh heraus. In der vergangenen Woche wurden die ersten von 6.000 bunten Fahnen an den Laternen in der Innenstadt aufgehängt. Die grün-blauen Banner zeigen auf weißem Grund 18 verschiedene Sportmotive und grüßen die Olympia-Besucher mit dem Motto dieser Spiele: "With Glowing Hearts" (Mit glühenden Herzen).
Für weitere Farbtupfer sorgen schon jetzt die beliebten roten Fäustlinge, mit denen die Kanadier die heimischen Athleten anfeuern wollen. Die roten "Mittens" haben sich zu einem absoluten Hit entwickelt, mehr als 600.000 Paar wurden schon verkauft. Seit vergangener Woche sind die 600.000 Einwohner Vancouvers aufgefordert, ihr Reiseverhalten zu ändern, sich auf Olympia einzustellen und das Auto öfter stehen zu lassen: Vom Umsteigen auf Busse, über Fahrgemeinschaften bis hin zum Vorschlag, zu Fuß zur Arbeit zu gelangen, reichen die Ratschläge der Olympia-Organisatoren. Unter dem Motto "travel smart" (reise schlau) soll das Verkehrsaufkommen bis zum Beginn der Spiele schrittweise um bis zu 30 Prozent reduziert werden.













