Doping-Razzien auch in Olympia-Dörfern in Vancouver möglich
Die Doping-Razzien bei den Olympischen Spielen in Turin 2006 könnten kein Einzelfall in der Geschichte der Fünf Ringe gewesen sein. Gesetzeslage für Dopingjäger schwieriger - Durchsuchungsbefehl eines Richters Pflicht.

Foto © APABild der Razzia 2006 in Turin
Der frühere WADA-Präsident und Olympia-Offizielle Vancouvers, Dick Pound, kündigte am Montag jedenfalls an, dass Kanada alle rechtlichen Möglichkeiten hat, die es braucht, um die Anti-Doping-Bestimmungen auch in den Olympischen Dörfern in Vancouver und Whistler sicherzustellen. Kanada hat zwar keine spezifischen Gesetze gegen den Gebrauch unerlaubter Hilfsmittel, doch nach Gesprächen des Internationalen Olympischen Comites (IOC) mit den Organisatoren vom VANOC, in dem auch Pound vertreten ist, und kanadischen Offiziellen sind Razzien möglich. Allerdings nur, wenn es auch einen Durchsuchungsbefehl eines Richters gibt.
"Wir geben der Polizei ein Statement, wonach wir Beweise haben und die Polizei würde das wohl zu einem Richter bringen und sagen, dass dies ein ausreichender Grund für einen Durchsuchungsbefehl wäre", erklärte Pound. Bei den Olympischen Winterspielen vom 12. bis 28. Februar wird es ja zwei Olympische Dörfer, eines in Vancouver selbst, und eines in der Region Whistler geben. Die Razzien in den Quartieren der österreichischen Langläufer und Biathleten haben vor vier Jahren für einen bisher beispiellosen Skandal gesorgt und ziehen bis heute Gerichtstermine nach sich. Ganz so einfach wird dies aufgrund der kanadischen Gesetze allerdings nicht werden.
"Um ein Gericht davon zu überzeugen, einen Durchsuchungsbefehl auszustellen, dann müsste die Droge, die der Athlet angeblich besitzt, auch unter kanadischem Gesetz verboten sein", erklärte Lindsey Houghton, eine Polizistin aus Vancouver. Athleten hätten dieselben Rechte auf Privatsphäre wie jeder normale Bürger oder Besucher, aber auch keinen besonderen rechtlichen Schutz in den Dörfern, wie beispielsweise in ihren Botschaften. Aus Privatschutzgründen kann die Polizei aber nicht jedwede Information mit nichtstaatlichen Organisationen wie dem VANOC oder dem IOC teilen. Pound, der in Montreal auch Rechtsanwalt ist, weiß allerdings, dass es eine ganze Menge von Gesetzen gibt, die die Polizei vor Freigabe von Ermittlungsergebnissen schützt.















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