Olympia: IOC wählt für Sommerspiele 2016 zwei neue Sportarten
Sieben Sportarten werben bis Dienstag in Lausanne um die Aufnahme in das Olympia-Programm 2016.

Foto © GEPARugby, Golf und Inlineskating mit guten Chancen
Es sind dies
Rugby, Golf, Inlineskating, Karate, Squash, Baseball und Softball.
Die entsprechenden Verbände buhlen in Lausanne mit Präsentationen vor
der Exekutive des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) um das
Entree. Zwei der Sieben sollen zum Zug kommen.
Offenes Rennen. "Es ist ein sehr offenes Rennen. Für jede der sieben Sportarten
gibt es in und außerhalb des Exekutivkomitees Unterstützer", meinte
IOC-Präsident Jacques Rogge, "ich kann aber sagen: Jede der sieben
wäre gut für das Olympische Programm." Die Vorentscheidung in diesem
Sportarten-Glücksspiel "2 aus 7" wird am 13./14. August in Berlin
fallen, wo die IOC-Exekutive anlässlich der Leichtathletik-WM tagt.
Dort werden die beiden Sportarten ausgewählt.
Im Oktober fix. Über die Aufnahme muss die IOC-Vollversammlung im Oktober
bestimmen. 2005 waren Baseball und Softball aus dem Olympischen
Programm genommen worden. Da keiner der fünf damaligen Bewerber bei
der IOC-Vollversammlung in Singapur genügend Stimmen erhielt, werden
in London 2012 nur in 26 statt 28 Sportarten um Medaillen gekämpft.
Report. Die IOC-Programmkommission hat alle sieben Kandidaten auf Stärken
und Schwächen geprüft und alles in einem Report zusammengefasst.
Dabei sollen Golf und Rugby die besten Beurteilungen erhalten haben,
wie aus IOC-Kreisen verlautete. Auch das bei jugendlichen Sportlern
sehr populäre Inlineskating soll gut benotet worden sein.
Aufwertung. "Wir suchen nach Sportarten, die das Programm zusätzlich
aufwerten, eine weite Ausstrahlung haben, besonders für junge Leute,
und ein gewisses Extra mitbringen", sagte Rogge, "und vor allem
müssen sie einen großen Kampf gegen Doping führen. Das ist ein sehr
wichtiger Aspekt."
Aus Fehlern lernen. Obwohl Rugby, Golf und Inlineskating vermeintlich die Nase etwas
vorn haben, gehen die anderen vier Sportarten unvermindert
kämpferisch in den Endspurt. "Aus unseren Fehlern haben wir gelernt",
meinte Squash-Weltpräsident N. Ramachandran. "Wir haben den Sport
entstaubt und sind fit für die Anforderungen des IOC." Schon vor vier
Jahren hätte man den Sprung ins Olympische Programm fast geschafft.
"Keiner hat die Anzahl der Stimmen verraten, die wir bekommen haben,
doch wir waren nahe dran", sagte der Inder.
Volle Hallen. Ähnlich argumentiert Antonio Espinos, Präsident des
Internationalen Karate-Verbandes. "Wir haben nicht geschlafen",
erklärte er. Für Karate interessierten sich geschätzt mehr als 100
Millionen Menschen auf der Welt. "Bei unseren Veranstaltungen sind
die Hallen immer voll", sagte Espinos.
Comeback von Baseball? Fraglich ist, ob Baseball (1992-2008) und Softball (1996 bis 2008)
das olympische Comeback schaffen werden. Baseball wurde eliminiert,
weil die Profis der US-Ligen bei Olympia nicht dabei sein wollten und
im Kampf gegen Doping wenig Eifer zeigen. Softball flog raus, weil es
nicht global genug war.
Enorme Fortschritte. "In den letzten Jahren haben wir enorme Fortschritte gemacht, um
die Vision von einem sauberen, weltweit anerkannten Sport zu
realisieren", sagte Softball-Weltpräsident Don Porter. Dies will auch
Baseball demonstrieren: Für Lausanne wurden Donald Fehr, Chef der
Spielergewerkschaft der nordamerikanischen Major League Baseball
(MLB), und Jean-Pierre Moser, Anti-Doping-Manager des Weltverbands,
mit ins Boots geholt.













