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Zuletzt aktualisiert: 16.09.2008 um 17:09 UhrKommentare

Scherney trägt Österreichs Fahne

Vor dem Schlusstag der Paralympics am Mittwoch in Peking holte Rollstuhlfahrer Thomas Geierspichler Bronze: "Das war mein persönlicher Goldlauf."

Thomas Geierspichler und Andrea Scherney

Foto © GEPAThomas Geierspichler und Andrea Scherney

Elf Tage ist es her, seit Du Jianping umzingelt von Fernseh- und Fotokameras unsicher in die Linsen blinzelte. "Duibuqi" - Verzeihung, bat der 24-jährige Sportler um Verständnis. Es sei das erste Mal, dass ihn so viele Reporter sprechen wollten. Du Jianping, durch Polio im Kindesalter halbseitig gelähmt, hatte gerade das erste Gold für die Gastgeber der Paralympics erschwommen, angefeuert von mehr als 10.000 Chinesen im Water Cube. Fast alle hatten da zum ersten Mal in ihrem Leben mit eigenen Augen bestaunt, zu welchen Leistungen Menschen wie Du Jianping imstande sind.

Deutliche Führung. Vor dem Schlusstag der Paralympics führt China im Medaillenspiegel noch deutlicher als zuvor bei den Spielen der Nichtbehinderten und hat soviel Edelmetall gewonnen wie die nächstplatzierten Teams aus Großbritannien und den Vereinigten Staaten zusammen. Der Siegeszug ihrer Sportler rührt die Pekinger zu Tränen. Gebannt verfolgen sie in Restaurants und Läden die Übertragungen von CCTV, staunen ungläubig, wie die kleine Jiang Fuying wie ein Delfin zu Gold schwamm, ohne Arme, angetrieben nur durch die rollenden Bewegungen ihres Körpers und ihrer Beine.

Fahnenträgerin. Mittwoch gehen in Peking die Paralympics zu Ende und Weitsprung-Goldmedaillengewinnerin Andrea Scherney wird zum Abschluss ihrer großen Karriere die österreichische Fahne tragen. Fünf Medaillen hat das österreichische Team gesammelt und Rollstuhlfahrer Thomas Geiers-pichler durfte sein Bronze über 800 Meter mit seiner Mutter und Freundin Rosi nur kurz feiern. Schließlich hat er als Langstreckenspezialist im Marathon, dem Königsbewerb zum Abschluss der Paralympics, erneute eine Medaillenchance.

Bestzeit unterboten. Für den Salzburger Geierspichler strahlt aber seine Bronzemedaille ohnehin schon wie Gold und wie schnell das 800-Meter- Rennen war, zeigt die Zeit von Geierspichler: Seine persönliche Bestzeit von 1:56,29 Minuten unterbot er um drei Sekunden. "Das war mein persönlicher Goldlauf", sagte Geierspichler, kritisierte aber: "Gold und Silber waren für mich und den Rest der Welt außer Reichweite."

Chancenlos. Der Top-Athlet sprach damit die Chancenlosigkeit vieler Athleten gegen neue Konkurrenz an, nachdem es für diese Paralympics etliche Klassenzusammenlegungen gegeben hatte. Die beiden vor ihm platzierten Japaner waren von Haus aus außer Reichweite. "Das ist eine Fehlentwicklung im Behindertensport. So wie es jetzt ist, führt es dazu, dass die Querschnittler wieder zu Hause bleiben werden. Es ist so, als ob Frauen und Männer gegeneinander Marathon laufen."


Medaillenbilanz

Gold:
Andrea Scherney, Weitsprung
Andreas Vevera, Tischtennis
Wolfgang Schattauer, Handbike- Zeitfahren

Silber:
Wolfgang Eibeck, Rad-Zeitfahren

Bronze:
Thomas Geierspichler, 800 m

Foto

Foto © GEPA

Thomas GeierspichlerFoto © GEPA

Final-Einsätze

Im Kugelstoßen wurde Andreas Gratt mit 9,61 m einen Zentimeter und unmittelbar vor seinem Landsmann Georg Tischler Fünfter. Im 400-m-Lauf der T44-Klasse kam Michael Linhart in 55,76 Sekunden auf Rang sechs.

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Daten & Fakten

Die XXX. Olympischen Sommerspiele fanden von 27. Juli bis 12. August in London statt. Über 16 Wettkampftage wurden in 39 Disziplinen in 26 Sportarten 302 Goldmedaillen vergeben. Rund 10.500 Athleten aus 205 Ländern waren dabei.

 


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