Erste Pole des Jahres an Vizeweltmeister Lewis Hamilton
Schock bei Ferrari nach Defekt bei Räikkönen. Coulthard im Red Bull Achter, Vettel im Toro Rosso Zehnter.

Foto © ReutersVizeweltmeister Lewis Hamilton startet am Sonntag aus der ersten Position
Nicht einer der favorisierten Ferrari-Piloten,
sondern Vizeweltmeister Lewis Hamilton im McLaren-Mercedes hat die
erste Bestzeit der 59. Formel-1-Saison erobert. Der 23-jährige
Engländer profitierte am Samstag im Qualifikationstraining für den
Grand Prix von Australien in Melbourne allerdings davon, dass der
Pole Robert Kubica in seiner letzten Runde zu viel riskierte und nach
einem Ausrutscher die erste Pole für BMW-Sauber um 0,155 Sek.
verpasste.
Pole Position. Dank seiner achten Quali-Bestzeit geht Hamilton damit am Sonntag
(5.30 MEZ/live ORF 1) neben Kubica als Erster ins erste Rennen seit
langem ohne Traktionskontrolle. In Reihe zwei stehen mit dem Finnen
Heikki Kovalainen der zweite McLaren- und mit dem Brasilianer Felipe
Massa der beste Ferrari-Pilot.
Ferrari favorisiert. Die nach den Wintertests zu klaren Favoriten erklärten Ferraris
mussten damit gleich einen mächtigen Dämpfer hinnehmen. Denn
Weltmeister Kimi Räikkönen, der am Freitag noch Tagesbestzeit erzielt
hatte, blieb schon nach dem ersten von drei Qualifikationsteilen mit
einem Benzinpumpen-Problem auf der Strecke und belegte nur Platz 16.
Räikkönen out. Nach der Hitze des Vortags ging das erste Quali-Training des
Jahres bei angenehmen 24 Grad in Szene. Der Knall des Tages ereignete
schon am Ende der ersten, 20 Minuten dauernden Session. Räikkönen
wurde bereits in seiner dritten Runde langsam, rollte aus, schaffte
es aber nicht mehr ganz an die Box. "Das ist definitiv nicht das, was man sich zum Saisonstart
wünscht", seufzte der Finne, der Sonntag mit einem wohlbetankten
Ferrari losfahren wird. "Ich muss versuchen, wenigstens Punkte zu
machen", hat sich der Titelverteidiger vorgenommen.
Massa optimistisch. Alleine der Optimismus von Massa ("Ich fahre um die Spitzenplätze
mit") zeigt aber, dass Ferrari ohnehin eine schon auf das Rennen
ausgerichtete Strategie verfolgte. Kubica hingegen wird im leichteren
BMW wohl bereits früher zum ersten Tankstopp kommen müssen. "Ich habe
volles Risiko genommen, es hat sich nicht ausgezahlt", erklärte der
Pole seinen Ausritt in Kurve zwölf auf den Kunstrasen.
Jubel der Deutschen. Ob nach dem besten Qualifikationsergebnis seit Bestehen des Teams
nun auch der erste Sieg für die Bayern möglich ist, wollte Kubica
nicht direkt beantworten. "Das Auto hat Potenzial und diese Strecke
kommt uns entgegen", gab er sich vorsichtig. Der Österreicher Christian Klien, seit heuer Test- und
Ersatzfahrer bei BMW, stimmte in den allgemeinen Jubel bei den
Deutschen ein: "Ohne diesen Schnitzer wäre die Pole für Robert drin
gewesen. Damit haben wir uns zumindest hier als dritte Kraft
bestätigt."
Durchdrehende Reifen. Am Sonntag winkt den Fans ein interessantes Rennen über 58 Runden.
Schon am Start wird man sehen, wie die Piloten ohne die nun verbotene
Traktionskontrolle zurecht kommen und ob Hamilton genügend Gefühl in
der Kupplungshand und im Gasfuß hat, um seine Pole-Position auch
ausnutzen zu können. Erstmals seit langem wird man am Start
vermutlich wieder durchdrehende Reifen sehen.
Features
Qualifikationstraining
- Lewis Hamilton (GBR)
- Robert Kubica (POL)
- Heikki Kovalainen (FIN)
- Felipe Massa (BRA)
- Nick Heidfeld (GER)
- Jarno Trulli (ITA)
- Nico Rosberg (GER)
- David Coulthard (GBR)
- Timo Glock (GER)
- Sebastian Vettel (GER)
Melbourne-GP
Wann: 14. bis 16. März
Streckenlänge: 5,30 km
Sieger 2007: Kimi Raikkönen
Fotoserie
Formel Austria
Favoritenrolle
Foto

Mark Webber Foto © GEPA












