Formel 1Viel Regen, eine Krise und ein lebensrettender Handschuh

Starker Regen war beim Training in Suzuka der Spielverderber, Valtteri Bottas wird um fünf Plätze zurückversetzt. Das umstrittene Engagement von Marcin Budkowski bei Renault ist unter Dach und Fach und ein biometrischer Handschuh wurde vorgestellt.

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Am Freitag war viel Wasser auf der Strecke von Suzuka © APA/AFP/KIYOSHI OTA
 

Ferrari-Star Sebastian Vettel hat am ersten Trainingstag für den Formel-1-Grand-Prix von Japan in Suzuka Bestzeit erzielt. Der Verfolger von WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton kam am Freitagvormittag auf 1:29,166 Minuten. Die zweite Einheit am Nachmittag fiel mehrheitlich dem starken Regen zum Opfer. Nur fünf Piloten fuhren gezeitete Runden, sechs weitere verzichteten gänzlich auf ein Antreten.

Schnellster in der zweiten Session war Mercedes-Mann Hamilton, der in der Früh mit etwas mehr als zwei Zehntelsekunden Rückstand auf Vettel auf Platz zwei gelandet war. Vettel, der in Suzuka bereits viermal gewonnen hat, liegt vor dem 16. von 20 Saisonrennen am Sonntag (7.00 Uhr/live ORF eins, RTL und Sky) in der WM-Wertung 34 Punkte hinter Hamilton.

Hamiltons Mercedes-Teamkollege Valtteri Bottas muss in der Startaufstellung für Sonntag die Rückversetzung um fünf Plätze in Kauf nehmen. Grund ist ein außerterminlicher Getriebewechsel am Mercedes mit der Nummer 77. Die Rennkommissare müssen die Sanktion aber erst noch bestätigen. Auch am Mercedes von Hamilton wurde das Getriebe gewechselt, beim WM-Spitzenreiter aber regelkonform. Dem Reglement nach muss ein Getriebe in sechs Rennen hintereinander eingesetzt werden, sonst erfolgt die Strafe.

Vom letzten Startplatz wird am Sonntag Carlos Sainz Jr. losfahren. Am Toro Rosso des Spaniers wurden schon vor dem Training am Freitag verschiedene Antriebs-Komponenten gewechselt. Das zog eine Rückversetzung um vorerst 20 Startplätze nach sich. Am Vormittag krachte Sainz dann in die Streckenbegrenzung, blieb aber unverletzt. Der Unfall sorgte für eine 16-minütige Unterbrechung des Trainings.

Umstrittenes Engagement

Unterdessen ist eine in der Formel 1 kritisch betrachtete Personalie  perfekt. Renault verkündete am Freitag in Suzuka das bevorstehende Engagement des früheren FIA-Technikdirektors Marcin Budkowski. Der 40-jährige Pole wird künftig einen Direktorenposten besetzen. Budkowski soll sich um die Entwicklung und Produktion des Chassis kümmern.

Einige Rennställe hatten schon öffentlich den bevorstehenden Wechsel kritisiert, da Budkowski als früherer Assistent von FIA-Renndirektor Charlie Whiting beim Automobil-Weltverband viel Insiderwissen besitzt - vor allem über die Autos für 2018. Neben dem eigenen Werksteam und Red Bull rüstet Renault kommendes Jahr neu auch McLaren statt Toro Rosso mit Motoren aus.

Arbeitsbeginn im April

Der ehemalige McLaren-Mitarbeiter Budkowski hatte vor Kurzem beim Weltverband gekündigt, sein Verbot für andere Tätigkeiten in der Formel 1 soll aber nur drei Monate betragen. Gleich zu Beginn des neuen Jahres dürfte Budkowski dennoch nicht bei Renault anfangen. Nach "konstruktiven Gesprächen" mit der FIA spreche man vom "frühen April", sagte Renault-Sportchef Cyril Abiteboul.

Budkowski wird Geschäftsführer des Renault-Werkes in Enstone in England. Wie lange die Zusammenarbeit dauern soll, wurde nicht bekanntgegeben.

Biometrischer Handschuh

Aufhorchen läst die Formel 1 auch mit dem sogenannten biometrischen Handschuhen - dank dieser sollen die Piloten in der Formel 1 künftig im Notfall medizinisch besser betreut werden. Wie am Rande des Grand Prix von Japan in Suzuka bekannt wurde, sollen die Handschuhe ab 2018 mögliche lebensrettende Daten der Fahrer an die medizinischen Betreuer senden. Dafür soll ein drei Millimeter dicker Sensor eingenäht werden und unter anderem den Pulsschlag erfassen.

Das Projekt wird von zwei Angestellten des Automobil-Weltverbandes (FIA) geleitet, Ian Roberts und Alan van der Merwe. Die Pläne sehen vor, dass zu einem späteren Zeitpunkt auch Daten zur Atmung und Temperatur erfasst werden.

Ein ausschlaggebender Fall für die geplante Einführung des biometrischen Handschuhs ist ein Trainingsunfall von Toro-Rosso-Pilot Carlos Sainz Jr. 2015 beim Grand Prix von Russland in Sotschi. Damals war der Spanier von Teilen der Streckenbegrenzung bedeckt worden. Die Ärzte mussten zunächst warten, bis diese Trümmer weggeschafft wurden. Erst danach konnten sie sich ein Bild von Sainz' Zustand machen.

 

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