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Red Bull muss Monza überstehen

Am Sonntag noch Monza. Dann hat Red Bull jene Strecken, auf denen Webber & Vettel nicht so konkurrenzfähig sein sollen, überstanden. Helmut Marko skizziert den Weg zum Titel.

© APA
 

Spa-Francorchamps in Belgien vor zwei Wochen war so ein heikler Kurs, natürlich auch am Sonntag die Highspeed-Strecke im königlichen Park von Monza. Die Kurse mit besonders langen Geraden sind für den Red-Bull-Renault nicht unbedingt das optimale Geläuf. Auf den Geraden fehlt der Top-Speed im Vergleich zu McLaren-Mercedes. Aber nach dem Grand-Prix von Italien ist dann für heuer Schluss damit.

Auf allen anderen fünf Strecken, die noch bis zum Finale in Abu Dhabi im November zu umrunden sein werden, sollte Red Bull Racing doch im Vorteil sein, zumindest aber gleichwertig. Und Helmut Marko, Motorsportberater bei Red Bull, weiß auch ganz genau, warum:

1. Monza. McLaren war favorisiert. Alle tüftelten noch im dritten freien Training am Samstag an den verschiedensten Einstellungen. F-Schacht oder nicht, flacher oder steilerer Flügel. Dass dann zwar Fernando Alonso den Ferrari auf die Pole-Position stellte, ändert nichts am WM-Duell. "Mit den harten Reifen sind sie um drei Zehntelsekunden schneller als wir. Wir werden das Beste aus der Situation herausholen. Aber McLaren wird hier mehr Punkte holen, wenn es nach der Papierform geht", weiß Marko. Das zeigte auch Mark Webber, der nach einigen Problemen in den freien Trainings (Wasserleck, defekter Hauptschalter) den Red Bull auf den vierten Startplatz stellte.

2. Singapur. Sebastian Vettel war schon im Vorjahr im Qualifying ganz vorne dabei. "Die vielen 90-Grad-Kurven sind gut für uns, da können wir unseren Traktionsvorteil ausnutzen. Aus langsamen Ecken heraus können wir ganz gut beschleunigen", meint Marko. Also: Vorteil Red Bull.

3. Japan. Viele schnelle Ecken, vor allem die S-Kurven nach dem Start, sprechen klar für den Red Bull. "Wenn wir da im Training vorne sind, sollte eigentlich nichts passieren. Dann geben wir das Tempo vor. Da wird dann keiner mithalten können" (Marko). Und: Im Asien-Monat wird bei Red Bull noch einmal mit einem aerodynamischen Update zu rechnen sein.

4. Südkorea. Eine neue Strecke, für alle völlig unbekannt. Neuland auf allen Ebenen. "Man kann da nie wissen, wie ist der Belag, wie der Grip. Das kann man auch am Computer nicht simulieren", erklärt der Grazer. Dazu kommt die längste Gerade im Kalender. "Korea ist vielleicht der einzige Kurs im WM-Finish, der nicht ganz auf uns zugeschnitten ist."

5. Sao Paulo. Ein gefürchteter, sehr unebener, welliger Straßenbelag. "Very bumpy", so Marko, "da haben die McLaren heuer meist kleinere oder größere Probleme. Auch in Sao Paulo sollten wir vorne sein."

6. Abu Dhabi. Das große Saisonfinale in Arabien. "Die vielen Kurven liegen uns. Im Vorjahr feierten wir einen Doppelsieg. Dennoch dürfte es ziemlich ausgeglichen werden. Aber es wird wohl knapp."

Also nach dieser "Hochrechnung" 4:2 für Red Bull im Nahkampf gegen McLaren. Alles aber auf dem Papier, das bekanntlich geduldig ist. Immer wieder kann es Überraschungen geben. Doch wer heuer schon zu 12 Pole-Positions gedüst ist, wird auch in den letzten Rennen ganz gut über die Runden kommen. Nur Fehler darf keiner mehr machen. Und es sind schon einige dumme Malheurs passiert.

Außerdem: Kann man überhaupt Ferrari im Schlussspurt so ganz ausschließen, alles auf ein Duell McLaren gegen Red Bull reduzieren? "Nein, das darf man sicher nicht. In Hockenheim war Ferrari plötzlich ganz schnell. Am Samstag wieder. Und ein Alonso gibt nie auf", weiß Marko. Die Pole-Position des Spaniers in Monza war tatsächlich höchst beeindruckend.

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