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Zuletzt aktualisiert: 09.07.2012 um 12:35 UhrKommentare

Webber gefährdet Vettel-Hattrick

Auch auf der Gartenparty seines Teamchefs hielt sich Sebastian Vettel brav an den RB-Frieden. Entspannt stieß der Doppelweltmeister ein weiteres Mal auf den Silverstone-Sieg seines Stallrivalen Mark Webber an.

Mark Webber

Foto © APMark Webber

"Im Moment ist es noch zu früh, mit dem Zählen anzufangen", erklärte der 25-Jährige seine vorläufige Gelassenheit im Titelrennen. Doch vor seinem Heimspiel in zwei Wochen in Hockenheim deutet immer mehr darauf hin, dass sein wiedererstarkter Teamgefährte neben Fernando Alonso die größte Gefahr für Vettels WM-Hattrick sein wird.

"Vettel ist zurzeit nur noch die Nummer zwei bei Red Bull!", titelte die Bild-Zeitung am Montag und verwies damit auf die aktuelle Situation. Der australische Routinier will auf seine alten Rennfahrer-Tage endlich den großen Coup schaffen. "Ich habe den Typen auf Platz eins im Auge", sagte er nach seinem zweiten Saisonsieg mit einem Seitenblick auf WM-Spitzenreiter Alonso und fügte hinzu: "Im Moment habe ich sicher keine Probleme mit dem Selbstbewusstsein." Diesen Satz wiederum durfte auch Vettel als kleine Spitze verstehen.

Aufschwung durch Vertragsverlängerung

Webber hat genug von der Rolle des zweiten Mannes im Schatten des deutschen Strahlemanns. Vor zwei Jahren war der Zwist zwischen beiden schon einmal eskaliert, als das Duo in Istanbul kollidierte und sich Webber danach intern benachteiligt fühlte. Seinerzeit hatte er nach seinem ersten Sieg in Silverstone via Boxenfunk geätzt: "Nicht schlecht für eine Nummer zwei, oder?" Diesmal verkniff sich "Super-Mark" ("Daily Mail") ähnliches Triumphgeheul.

Sein jüngster Aufschwung hat den 35-Jährigen ganz nah an eine weitere Vertragsverlängerung bei Red Bull gebracht. "In den nächsten Wochen werden wir uns zusammensetzen. Ich denke, Mark will auch im nächsten Jahr bei uns sein", sagte Teamchef Christian Horner. Britische Medien spekulierten bereits mit einem neuen 7,5-Millionen-Euro-Kontrakt für Webber.

116 Punkte hat der WM-Zweite in dieser Saison bereits eingefahren, damit liegt er 13 Zähler hinter Ferrari-Star Alonso und 16 vor Vettel. "Im Moment spielt das keine Rolle. Unser Ziel ist, dass wir am Ende oben stehen. Wir wir dahin kommen, ist eigentlich wurscht", kommentierte Vettel diese Zahlen. Nach dem Ausfall als Führender in Valencia beförderte ihn Platz drei in Großbritannien immerhin wieder auf Gesamtrang drei. "Der Schlüssel ist, immer Punkte zu holen", urteilte Vettel.

Beleg dafür ist Alonsos Bilanz. Als einziger sicherte er sich in allen bisherigen Saisonrennen WM-Zähler. So konnte er auch verschmerzen, dass ihm Webber in Silverstone in der fünftletzten Runde noch den Sieg wegschnappte. "Es ist ein wichtiger Zeitpunkt in der Saison. Jetzt gewinnt man zwar noch nicht den Titel, aber man kann ihn schon verlieren", befand der Spanier. "Die Fahrer-WM wird zu einem Dreikampf", vermeldete der "Corriere dello Sport".

"Wir sind weit, weit weg"

In der Tat scheint kurz vor Saison-Halbzeit die Achterbahn-Phase der Formel 1 vorbei und das Kräfteverhältnis endlich klar. Red Bull hat das stärkste Auto, nur Ferrari und vor allem Alonso können dagegen halten. McLaren ist indes im Sturzflug. "Wir sind weit, weit weg", klagte der WM-Vierte Lewis Hamilton. Auch für das Mercedes-Duo Michael Schumacher und Nico Rosberg stehen die Vorzeichen für Hockenheim und den weiteren Saisonverlauf eher ungünstig.

Vom Red-Bull-Luxus kann die Konkurrenz wieder einmal nur träumen. "Solche Kopfschmerzen, dass beide Fahrer um den Titel kämpfen, habe ich gern", beteuerte Party-Gastgeber Horner.


Silverstone sucht nach Wetterchaos Investor

Nach dem Regenchaos beim diesjährigen Formel-1-Grand-Prix ist die private Rennstrecke in Silverstone noch intensiver auf der Suche nach einem Finanz-Investor. Mit diesem Geld sollen künftig Parkplatz-Probleme wie an diesem Wochenende, als wegen heftigen Regens der Rennstreckenbetreiber "British Racing Driver's Club (BRDC) zehntausend Zuschauer aufforderte, am Samstag daheimzubleiben, vermieden werden.

Die bisherige Suche nach Geldgebern hat keine großen Erfolge beschieden. Dass am Renntag bei gutem Wetter 125.000 Zuschauer kamen, beweist aber, dass man mit Silverstone Geld verdienen kann. PricewaterhouseCoopers berät die Rennstrecke, die ihr Gelände für 150 Jahre vermieten will und sich dafür bis zu 250 Mio. Pfund (315 Mio. Euro) erhofft. Für 2013 sind jetzt schon alleine für den Freitag Tickets im Wert von 40.000 Pfund (50.403 Euro) verkauft worden.

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GEPA/Reuters/Fotolia

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Formel-1-Weltmeister seit 2005

2005: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2006: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2007: Kimi Räikkönen (FIN; Ferrari)
2008: Lewis Hamilton (GBR; McLaren)
2009: Jenson Button (GBR; Brawn)
2010: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2011: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2012: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)

 

Formel-1-Rekordweltmeister

Fahrer:

1. Michael Schumacher (GER)
7 WM-Titel (1994,95,2000,01,02,03,04)
2. Juan Manuel Fangio (ARG)
5 WM-Titel (1951,54,55,56,57)
3. Alain Prost (FRA)
4 WM-Titel(1985,86,89,93)

Konstrukteure

1. Ferrari
16 WM-Titel
2. Williams
9 WM-Titel
3. McLaren
8 WM-Titel

 

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