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Zuletzt aktualisiert: 10.06.2012 um 16:33 UhrKommentare

Polizei stand in Montreal im Großeinsatz: 28 Festnahmen

Am Abend vor dem Rennen in Montreal kam es Medienberichten zufolge zu 28 Festnahmen.

Foto © AP

Die größte Feier-Meile des Formel-1-Wochenendes war jeden Abend unter Dauerbewachung. Polizeisirenen übertönten die Musik eines Festivals. Die seit Wochen in Montreal demonstrierenden Studenten haben den Grand Prix von Kanada auch als Plattform für ihre Proteste benutzt. Am Abend vor dem Rennen kam es Medienberichten zufolge zu 28 Festnahmen. "Die Organisatoren der Grand-Prix-Festlichkeiten haben am Samstagabend ihren schlimmsten Alptraum erlebt", schrieb die "Montreal Gazette".

Nachdem eine Demonstration mit rund 600 Menschen vor allem gegen die Erhöhung von Studiengebühren friedlich begonnen hatte, war es in Downtown Montreal zu einem regelrechten Katz-und-Maus-Spiel gekommen. Immer wieder drängten Beamte in schwerer Schutzkleidung die Demonstranten zurück, um ihnen den Weg zum Formel-1-Gelände zu versperren.

Für Wirbel sorgten vor dem Rennen auf der Ile Notre-Dame im Sankt-Lorenz-Strom auch noch die Aussagen des kanadischen Ex-Weltmeisters Jacques Villeneuve. "Langsam wird es lächerlich", hatte der in Quebec geborene Formel-1-Champion von 1997 gesagt. "Sie haben ihre Meinung gesagt, wir haben verstanden. Für die Leute ist es an der Zeit aufzuwachen, anstatt faul herumzuhängen."

Villeneuve erklärte daraufhin, dass er sogar Morddrohungen erhalten habe. "Ich habe zahlreiche verletzende und auch bedrohende Nachrichten bekommen", wurde er in kanadischen Zeitungen am Samstag zitiert. Nachdem Villeneuve, der durchaus bekannt ist für streitbare Aussagen, eine mögliche Blockade der Metrostation auch noch als "terroristischen Akt" bezeichnet hatte, kommentierte die Zeitung "La Presse" dies als verbalen Fehltritt. Demonstranten könnten sich dadurch erst recht aufgefordert fühlen. "Merci, Herr Villeneuve für diesen Moment der Entspannung", schrieb das Blatt zynisch.

Seit Wochen kommt es vor allem in Montreal zu Protesten. Die Demonstranten hatten schon vorher angekündigt, die Formel 1 als Bühne zu nutzen, um auf ihre Belange aufmerksam zu machen. Entsprechend viele Sicherheitsleute waren auch rund um die Strecke an diesem Wochenende im Einsatz. Unter anderem in Metrostationen hielten Polizisten zusätzlich Wache.

Quelle: APA

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GEPA/Reuters/Fotolia

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