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Zuletzt aktualisiert: 12.05.2012 um 16:33 UhrKommentare

Eine "Sportblase", die nicht platzt

Mit dem Börsengang soll die Formel 1 rund 10 Milliarden Dollar wert sein.

Foto © GEPA

Granollers ist eine spanische Kleinstadt, nördlich von Barcelona. Der Weg zum Circuit de Catalunya, Austragungsort des spanischen Formel-1-Rennens, führt durch die Randbezirke. Verlassene Geschäfte links und rechts, zum Teil verfallene Wirtschaftsgebäude. Und selbst in der Innenstadt prägen heruntergelassene Rollläden das zentrale Straßenbild. Die Umgebung der Rennstrecke hat aber auch schon gar nichts mit der Glitzerwelt der Formel 1 zu tun.

Spanien steckt in einer veritablen Wirtschaftskrise. Eine Bank nach der anderen schlittert i4,6 n die roten Zahlen, die Bankia-Gruppe, die viertgrößte Bank des Landes wurde teilweise verstaatlicht. Die Arbeitslosigkeit erreicht schwindelerregende Bereiche. "Bei uns im Süden beträgt sie bereits 50 Prozent bei den Jugendlichen", erzählt Ines Koschutnig, gebürtige Kärntnerin, spondierter Magister der internationalen Wirtschaftswissenschaften und Generalmanagerin des in der Nähe von Jerez angesiedelten GP2-Teams Race Engineering. Seit Jahre ist sie liiert mit Alfonso de Orleans Borbon, dem Gründer des Rennstalls. "Die Niedergeschlagenheit der Menschen hier in Spanien ist augenscheinlich, der Frust groß. Vor alle, wenn man Tag für Tag in den Medien lesen muss, wie schlecht es Spanien geht, wie aussichtslos die Lage zu sein scheint", so Koschutnig. Dabei hatte Race Engineering vor ein paar Jahren noch den Einstieg in die Formel 1 überlegt. Die Finanziers wurden aber nie gefunden. Das spanische HRT-Formel-1-Team war auch das einzige, das sich die Testfahrten vor einer Woche in Mugello hat gar nicht leisten können.

Wert verdoppelt

Dabei macht die Formel Jahr für Jahr Gewinne (400 Millionen im Vorjahr). Mit dem Trend nach noch viel mehr. Und für alle Beteiligten lukrativ. Am nächsten Meilenstein des schnellsten Kreisverkehrs der Welt wird ebenfalls schon gemeißelt. Der Börsengang zeichnet sich immer deutlicher ab. Mit Singapur als Handelsplatz.

"Das Formel-1-Wertpapier ist vermutlich eines der attraktivsten. Ich würde sofort kaufen", unterstreicht auch Toto Wolff, österreichischer Investor und mittlerweile Anteilseigner und Vorstandsmitglied von Williams F1, die Erfolgsaussichten der Formel 1 an internationalen Börsen. Derzeit schätzen Insider den Wert der Formel 1 auf rund 6 Milliarden Dollar (4,6 Milliarden Euro) ein. Mit dem Börsengang "könnte man fast das Doppelte erreichen. Ein Wertzuwachs auf rund 10, 11 Milliarden Dollar scheint machbar", ist Wolff überzeugt. Alles wird auf die Teams dann aufgeteilt. 70 Prozent soll Chefvermarkter Bernie Ecclestone den großen Teams anbieten müssen. Festgeschrieben im neuen Concorde Agreement, dem Grundsatzpapier der Königsklasse. Plus einen Sitz im Aufsichtsrat der Formel-1-AG. Einen Job, den selbst Dietrich Mateschitz nicht ablehnen würde.

Angst vor einem kapitalen Absturz hat scheinbar niemand. Auch wenn der Euro schwächelt. Aber das große Geschäft macht die Formel 1 ohnehin im asiatischen bis arabischen Raum. Das Zerplatzen einer Blase, wie es vor allem in den USA und auch in Spanien mit den Immobilien geschehen ist, ist im Sport nicht sichtbar. Selbst bei all dem Schuldenberg nicht, den gerade die spanischen Großklubs vorexerzieren. Dort heißt das Geschäftsmodel: Geld ausgeben, um Geld einzunehmen. Mit 170 Millionen Miese machte Real im Vorjahr, der Bruttoschuldenstand soll bei 590 Millionen liegen. Spielt das keine Rolle? "Im Grunde nicht, solange sich die Menschen den Sport leisten können, so lange es Fans gibt, die viel Geld für die Eintrittskarten ausgeben", erklärt Toto Wolff. "So wird der Sport immer finanzierbar sein". Wie lange noch bis zu 80.000 ins Bernabeu-Stadion kommen

GERHARD HOFSTÄDTER, BARCELONA

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GEPA/Reuters/Fotolia

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Formel-1-Weltmeister seit 2005

2005: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2006: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2007: Kimi Räikkönen (FIN; Ferrari)
2008: Lewis Hamilton (GBR; McLaren)
2009: Jenson Button (GBR; Brawn)
2010: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2011: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
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Formel-1-Rekordweltmeister

Fahrer:

1. Michael Schumacher (GER)
7 WM-Titel (1994,95,2000,01,02,03,04)
2. Juan Manuel Fangio (ARG)
5 WM-Titel (1951,54,55,56,57)
3. Alain Prost (FRA)
4 WM-Titel(1985,86,89,93)

Konstrukteure

1. Ferrari
16 WM-Titel
2. Williams
9 WM-Titel
3. McLaren
8 WM-Titel

 

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