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Zuletzt aktualisiert: 14.04.2012 um 21:33 UhrKommentare

Die Königsklasse im Wandel der Zeit

Erste Mercedes-Pole-Position seit 1955 und erste Rosberg- Pole-Position seit 1986 - ein Vergleich von damals und heute vor dem "Großen Preis von China" in Schanghai. Das Rennen ab 9 Uhr im Live-Ticker!

Nico Rosberg

Foto © APANico Rosberg

Einmal McLaren als Kundenteam ausgenommen. Aber zwei richtige Silberpfeile, im Renn-Deutsch zwei Mercedes-Mercedes, in der ersten Startreihe, das hat es seit 56 Jahren nicht mehr gegeben. Und seit 26 Jahren steht erstmals wieder ein Rosberg in der ersten Startreihe eines Formel-1-Grand-Prix.

Die Rosbergs

Keke Rosberg (64) kam schon früh in den Rennsport. Seine Eltern fuhren, typisch finnisch, Rallyes. Keke kämpfte sich durch alle möglichen Nachwuchsformeln ehe er 1978, mit 30 Jahren relativ spät, in die Formel 1 kam. In seinem ersten Jahr fuhr Keke für drei (!) Teams (Theodore, ATS, Walter Wolf). Und nach zwei Jahren und 16 Rennen hatte er noch immer keinen WM-Punkt gesammelt. 1981 kam Rosberg senior so als Notnagel zu Williams, als Rückendeckung für Carlos Reutermann. Viel schaute nicht heraus und 1982 wurde er mit nur einem einzigen Sieg in 16 Rennen Weltmeister. Eine Negativ-Rekord, der bis heute besteht. 1986 bestritt Rosberg für McLaren-TAG-Porsche sein letztes Formel-1-Jahr, beim GP von Deutschland stand bis heute das letzte Mal ein Rosberg auf der Pole.

Für Sohn Nico ging's schneller voran. Mit 17 testete er erstmals ein Formel-1-Auto (Williams). Bis 2003 fuhr er unter finnischer Flagge, obwohl er nicht ein Wort finnisch spricht. Dann mit deutscher Lizenz. Sein erstes Formel-1-Rennen fuhr er 2006, seit 2010 für Mercedes. Und gestern fuhr er im Qualifying zum GP von China zu seiner ersten Pole-Position. In 1:35,121 (Schnitt 206,3 km/h) distanzierte er den Rest der Welt um eine halbe Sekunde. "Es war eine richtig gute Runde", urteilte Rosberg, "meine Leute haben fantastisch gearbeitet". Ein Lob, das Mercedes nun zum "Spekulationsobjekt" macht. Wann folgt der erste Sieg?

Die Silberpfeile

Am 11. September 1955 hatte Mercedes im damals zehn Kilometer langen und mit den schnellen Steilkurven versehenen Autodromo di Monza die Nase weit vorne. Juan-Manuel Fangio umrundete im W196-Stromlinienwagen die Strecke in 2:46,5 (Schnitt: 216,216 km/h). Dahinter folgten mit Stirling Moss und Karl Kling zwei Teamkollegen.

Es war das letzte Jahr von Mercedes im Rennsport, das letzte Jahr der Silberpfeile. Der Name entstand ja aus einer lustigen Geschichte. Damals waren die Rennwagen in den Nationalfarben lackiert. Rot für Italien, Blau für Frankreich, Grün für England - und Weiß für Deutschland. Die Sportbehörde legte ein Gewicht von 750 kg fest. Der damalige W25 wog vor dem ersten Rennen zwei Kilo zu viel. Die Mechaniker schleiften den Lack ab, das silberne Aluminium kam zum Vorschein.

Seit 2010 fährt nun wieder ein "reinrassiger" Silberpfeil im GP-Zirkus. Vorher war Mercedes "nur" Motorenlieferant. Und vor dem großen Comeback meinte Motorsportchef Norbert Haug auch: "Sie werden mit unserer Fahrerpaarung eine Freude haben." Tatsächlich: mit Michael Schumacher und Nico Rosberg gibt es wieder ein "Deutsches Nationalteam". Das erkannt hat, mit einem Sparbudget nicht gewinnen zu können. Man stockte auf, mittlerweile hält man bei 450 Mitarbeitern, plus 420 in der Motorenabteilung.

GERHARD HOFSTÄDTER

Foto

Foto © GEPA

Bild vergrößernKeke RosbergFoto © GEPA

Formel-1-Live-Ticker

GEPA/Reuters/Fotolia

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Formel-1-Weltmeister seit 2005

2005: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2006: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2007: Kimi Räikkönen (FIN; Ferrari)
2008: Lewis Hamilton (GBR; McLaren)
2009: Jenson Button (GBR; Brawn)
2010: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2011: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2012: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)

 

Formel-1-Rekordweltmeister

Fahrer:

1. Michael Schumacher (GER)
7 WM-Titel (1994,95,2000,01,02,03,04)
2. Juan Manuel Fangio (ARG)
5 WM-Titel (1951,54,55,56,57)
3. Alain Prost (FRA)
4 WM-Titel(1985,86,89,93)

Konstrukteure

1. Ferrari
16 WM-Titel
2. Williams
9 WM-Titel
3. McLaren
8 WM-Titel

 

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