Die Sintflut, aus der Ferrari auftauchte
Monsunregen. 50 Minuten Unterbrechung. Ferrari-Sieg. Sensation von Sergio Perez. Pleite für Red Bull. Ein Telegramm aus Malaysia:
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Zwölf Minuten vorm Start leuchtet auf den Bildschirmen der Hinweis "Wechsel der klimatischen Verhältnisse" auf.
Wenige Augenblicke später sind auf den Asphalt bei Start und Ziel erste Tropfen gezeichnet.
In Windeseile stecken die Mechaniker die Reifen auf die so genannten "Intermediates", eine Art halber Regenreifen, um.
Bereits in der ersten Runde verschwinden die Autos auf Teilen der Strecke in strömendem Regen.
In Runde fünf bricht in der Boxengasse das große Chaos aus, im Kolonnenverkehr stellen sich die Autos zum Tausch auf klassische Regenreifen an.
In der sechsten Runde fädelt das "Safety Car" das Rennen hinter sich auf. Der kurzzeitig angezeigte Rennabbruch wird allerdings wieder revidiert.
Mitte Runde neun wird das Rennen unterbrochen. Der Live-Ticker einer englischen Internet-Plattform bezeichnet die Rennstrecke als ein "Swimmingpool".
Der Mexikaner Sergio Perez (22), im Vorjahr lediglich mit dem Geld von Carlos Slim, Multiunternehmer und reichster Mann der Welt, bei Sauber in ein Formel-1-Auto gesetzt, ist zu diesem Zeitpunkt bereits Dritter. Ein Reifentausch in Runde eins hat sich als taktischer Geniestreich erwiesen.
Nach 50 Minuten Unterbrechung und drei weiteren Umläufen hinter dem "Safety Car" wird das Rennen aufs Neue gestartet.
Der führende Lewis Hamilton und Fernando Alonso kommen zugleich an die Box. Hamilton würgt am Motor herum, Alonso überholt ihn. Und im Rennen führt auf einmal Sergio Perez.
Mark Webber verliert bei "vertrödeltem" Boxenstopp 26 Sekunden. Jenson Button, eine Woche zuvor in Melbourne Auftakt-Sieger, fällt nach Kollision zurück. Und das Wetterradar des Nachzüglerteams Marussia kündigt neue Regenfälle an.
Perez, nach Boxenhalt Zweiter, jagt Alonso und knöpft ihm pro Runde eine Sekunde und mehr ab.
Alonso wechselt auf Trockenreifen, Härtegrad medium, Perez eine Runde später auf harte Reifen.
Perez verliert mit dem Boxenstopp alles in allem fünf Sekunden. Sebastian Vettel zerreißt sich beim Überrunden am Flügel des Autos des Inders Karthikeyan einen Hinterreifen. Perez saugt sich an Alonso bis in dessen Windschatten heran.
Sechs Runden vor Schluss rutscht Perez nicht dramatisch, aber doch, aus einer Kurve. Fernando Alonso und Ferrari, vor wenigen Tagen von Italiens Gazetten noch in die größte Krise seit Jahren geschrieben, gewinnen. Sergio Perez stellt erstmals einen Sauber auf Platz zwei. Und Weltmeister Red Bull kann um den Sieg neuerlich nicht mitreden.














