RB vs. Mercedes - Diskussionen um technische Tricks
Von einer Schlammschlacht zu sprechen, wäre übertrieben. Die Formel-1-Teams Red Bull und Mercedes sind bei den technischen Tricks des jeweiligen Konkurrenten aber zumindest verschiedener Meinung.

Foto © GEPASchumacher mit Vettel
Red Bull stößt sich wie Motorenpartner Lotus am Luftschacht-System des neuen Mercedes W03. Mercedes warf den Bullen vor dem zweiten Saisonrennen in Malaysia dafür vor, das seit heuer geltende Zwischengas-Verbot zu umgehen. Mercedes will das durch den Klang der Renault-Motoren herausgefunden haben. "Es gibt einige Fragen, die wir haben", bestätigte Motorsportchef Norbert Haug. Durch gezielte Fehlzündungen sollen die Bullen einen aerodynamischen Effekt herbeiführen. Red Bulls Motorsportchef Helmut Marko hatte die Auspufflösung des Weltmeisterteams aber schon zuletzt verteidigt. "Man kann bei uns gerne alles untersuchen", meinte der Grazer. "Da wird man nichts finden, wir halten uns an die Regeln."
Stattdessen verlangten Red Bull und Lotus am Auftaktwochenende in Melbourne vom Automobil-Weltverband (FIA) eine Klarstellung über die Legalität der Mercedes-Luftschächte durch das Auto. Zwei sind es an der Zahl, von denen sich zumindest einer mit dem verstellbaren Heckflügel (DRS) aktiviert. Im Qualifying hat Mercedes damit einen besonderen Vorteil, weil DRS dort immer erlaubt ist, im Rennen dagegen nur beim Überholen. "Ohne Zweifel haben wir eine Innovation, die uns Performance gibt", versicherte Rekordweltmeister Michael Schumacher. Wegen des höheren Topspeeds und der langen Geraden wird Mercedes in Malaysia sogar eine Chance auf die Pole Position eingeräumt. "Ein so großer Vorteil ist es nicht, den wir daraus ziehen", schwächte Schumacher ab. "Vielleicht bringt es auf diesem Kurs etwas mehr, aber man sollte deswegen nicht zu aufgeregt sein."
Am Donnerstag fanden an der Strecke in Sepang hinter verschlossenen Türen Diskussionen zum aktuellen technischen Thema Nummer eins statt. Die FIA dürfte die Mercedes aber wie schon in Australien für legal erklärt haben. "Das Auto ist abgenommen worden und hat grünes Licht bekommen", erklärte Haug. Red Bull und Lotus bliebe damit nur noch ein formaler Protest, vor dem die beiden Teams zum Saisonstart aber noch zurückgeschreckt sind.












