Es kann nur einen Vettel geben
Sebastian Vettel feierte seinen WM-Titel mit der Teamführung. Und mit Michael Schumacher. Zeit zum Nachdenken hat der frisch gebackene Doppelweltmeister jetzt erstmal nicht - der Stress fängt gerade erst an.

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Der alte und neue Weltmeister hatte überhaupt keine Zeit dazu, über irgendetwas nachzudenken. Denn nach dem Titelgewinn am Sonntag in Suzuka ging und geht der Stress für Sebastian Vettel erst einmal weiter. Zunächst einmal als positiver Stress beim Feiern: Kurz vor Mitternacht, nach einem kleinen "Spätabendessen" im Suzuka Circuit Hotel, trafen Vettel und die Red-Bull-Spitze an der Stätte der WM-Party ein: eine Karaokebar in dem etwa 20 Kilometer von der Strecke entfernten Yokkaichi.
Michael Schumacher war ebenfalls mit dabei, bis sechs, sieben Uhr früh ging die Fete, mehr als eine kurze Mütze Schlaf bekam niemand, einige auch gar keinen: Denn am Vormittag mussten Vettel und Co. schon im 250 Kilometer entfernten Hauptquartier von Nissan-Infinity, dem Partner-Hersteller von Motorenlieferant Renault, in Yokohama sein: Werksbesuch, Pressekonferenz. Heute hat der Weltmeister dann einen einzigen komplett freien Tag in Tokio, am Mittwoch steht schon der Weiterflug zum nächsten Rennen in Korea an.
Noch ein Sieg
Dort soll, wie natürlich bei den letzten vier Rennen der Saison 2011, noch einmal ein Sieg her. Schließlich geht es für Red Bull noch darum, auch den Titel in der 'Konstrukteurs-WM, so schnell wie möglich unter Dach und Fach zu bringen - und da sind ja auch noch der Siegesrekord von Michael Schumacher mit 13 und der Poleposition-Rekord von Nigel Mansell mit 14, die Vettel in dieser Saison noch angreifen kann.
Was aber kommt dann - das ist es, was sich die Formel 1 derzeit fragt. Wohin führt der weitere Weg des Sebastian Vettel. Dass er bis Ende seines Vertrages 2014 bei Red Bull bleiben wird, davon ist auszugehen. Zu wohl fühlt er sich in diesem Team, zu vielversprechend sind auch die Erfolgsaussichten der Truppe um Chefdesigner Adrian Newey.
Und natürlich wird er weiter an sich arbeiten. Vettel will selbst immer besser werden, der Philosophie eines Spitzensportlers entsprechend. Am besten kennt ihn da Helmut Marko, der heimliche Teamchef, der Vettel schon seit Jahren verfolgt und beobachtet.
Nichts ist zufällig
"Es war anfangs schwer abzuschätzen, wie gut er wirklich wird. Und wir sind noch immer nicht am Ende dieser Entwicklung. Das alles ging in Stufen. Das Erstaunliche dabei war, dass Vettel auf jeder Stufe unheimlich schnell war. Kaum einer weiß, wie hart er arbeitet. Wenn die meisten schon weg sind, diskutiert er noch immer mit den Ingenieuren. Es kommt alles nicht zufällig", so Marko. Geht's 2012 und später überhaupt noch besser? "Wir bereiten uns darauf jedenfalls vor. Wir testen schon jetzt Teile für 2012. Uns geht es nicht um Rekorde, wir arbeiten immer von Rennen zu Rennen." Und könnte Vettel einmal die Marke Red Bull überstrahlen? "Damit hätten wir kein Problem. Er ist ein Fahrer, den wir entdeckt und gefördert haben. Ein Mensch ist auch immer populärer als eine Marke. Schlimmstenfalls verkaufen wir noch mehr Dosen. . ."















