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Zuletzt aktualisiert: 25.08.2011 um 17:04 UhrKommentare

Vettel will "Schumi-Wohnzimmer" erobern

Zur Einstimmung ließen sich beide zusammen feiern, nach dem "Jubiläums-Prost" für Schumacher will sein Freund Sebastian Vettel aber wieder allein im Rampenlicht stehen.

Sebastian Vettel

Foto © ReutersSebastian Vettel

Auf der Fahrerstrecke in Spa-Francorchamps, wo Schumacher bereits sechs Grand-Prix-Siege gefeiert hat, möchte der deutsche Weltmeister endlich seinen ersten Triumph feiern. "Das Ziel ist das gleiche wie immer", erklärte Vettel, dass er am Sonntag (Start: 14.00 Uhr/live ORF eins, RTL und Sky) die Zielflagge als Erster sehen wolle. Schumacher hatte dagegen schon am Donnerstag Grund zum Feiern: Auf den Tag genau vor 20 Jahren bestritt der mittlerweile 42-Jährige sein erstes Formel-1-Rennen. "Eine immense Zeit", meinte Schumacher vor dem Start ins zwölfte GP-Wochenende der Saison. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo dankte deshalb Michael Schumacher im Namen aller Ferrari-Mitarbeiter für seine Verdienste. "Einen großen Teil seiner 20 Jahre in der Formel 1 hat er bei uns verbracht", betonte Montezemolo auf der Homepage des Traditions-Rennstalls, für den Schumacher von 1996 bis 2006 gefahren war und fünf WM-Titel (2000 - 2004) geholt hatte.

Schumacher wartet noch immer auf Podestplatz

"Zusammen haben wir Ergebnisse erzielt, die schwer zu wiederholen sein werden", bekräftigte Montezemolo die Ausnahmestellung des 42-Jährigen und dankte ihm für "alles, was er für uns getan hat und ich schicke ihm all unsere besten Wünschen zu seinem 20-Jährigen im größten Sport der Welt." Während Schumacher seit seinem Comeback noch immer auf einen Podestplatz wartet, steuert sein deutscher Landsmann Vettel bei aktuell 85 Punkten Vorsprung in der WM scheinbar unaufhaltsam seinem zweiten Titel entgegen. Sein erster Verfolger ist sein australischer Red-Bull-Teamkollege Mark Webber, der am Samstag seinen 35. Geburtstag feiert und womöglich mit einer Vertragsverlängerung der "Bullen" beschenkt werden könnte, dahinter folgt Ex-Weltmeister Lewis Hamilton, der schon ein Minus von 88 Zählern auf Vettel aufweist, auf Rang drei.

Trotz des Riesenrückstands hat der Engländer seine WM-Hoffnungen noch nicht begraben. "Ich denke, dass wir aus einer ziemlich guten Position in das Rennen gehen", blickte Deutschland-Sieger Hamilton dem Grand Prix von Belgien auf dem 7,004 km langen Ardennen-Kurs optimistisch entgegen. Sein McLaren-Teamkollege und Landsmann Jenson Button, hinter Fernando Alonso (89 Zähler Rückstand) aktueller WM-Fünfter und bereits 100 Punkte hinter Vettel, hatte nach seinem Ungarn-Sieg Ende Juli und der anschließenden Sommerpause von vier Wochen sogar getönt: "Lasst uns danach zurückkommen und alle Rennen gewinnen."

Doch sogar dann hat er den Titel noch lange nicht sicher. Denn selbst wenn Vettel in den ausstehenden acht Rennen jedes Mal Zweiter werden würde, könnte Button nur 56 Punkte aufholen. Also auch ohne weiteren Sieg kann der 24-jährige Deutsche seinen zweiten WM-Titel relativ locker einfahren. Deshalb klingen die Sätze der Konkurrenz nur noch wie Durchhalteparolen. "Wir werden immer ein Auge auf den Titel haben, bis es nicht mehr die geringste Chance gibt", kündigte etwa Alonso an. "Wir können niemals sagen, dass wir acht Rennen einfach so fahren und die Meisterschaft dabei nicht im Hinterkopf haben."

Sein Teamchef formuliert die Hoffnungen für die kommenden Kräfteduelle etwas zurückhaltender. "Ich bin sicher, dass wir gute Ergebnisse erzielen können, aber wir sollten den Blick aufs Klassement vermeiden", meinte Stefano Domenicali. "Denn wir wissen, dass die WM angesichts der aktuellen Lücke sehr schwierig wird." Vettel konzentriert sich auch lieber auf die eigene Performance, will er doch jedes Rennen gewinnen. "Jetzt muss man schauen, wie weit die anderen und wie weit man selbst das eigene Auto vorangebracht hat", betonte der WM-Spitzenreiter.


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GEPA/Reuters/Fotolia

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Formel-1-Weltmeister seit 2005

2005: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2006: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2007: Kimi Räikkönen (FIN; Ferrari)
2008: Lewis Hamilton (GBR; McLaren)
2009: Jenson Button (GBR; Brawn)
2010: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2011: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)

 

Formel-1-Rekordweltmeister

Fahrer:

1. Michael Schumacher (GER)
7 WM-Titel (1994,95,2000,01,02,03,04)
2. Juan Manuel Fangio (ARG)
5 WM-Titel (1951,54,55,56,57)
3. Alain Prost (FRA)
4 WM-Titel(1985,86,89,93)

Konstrukteure

1. Ferrari
16 WM-Titel
2. Williams
9 WM-Titel
3. McLaren
8 WM-Titel

 

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Foto: KLZ DIGITAL/Scheriau

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