Vettel auf Umweg in des Fürsten Loge
Zuerst herrschte in der Red-Bull-Box Chaos, dann im "Grand Prix von Monaco". Das rettete Sebastian Vettel (23) doch noch den Sieg.

Foto © APAPartytime .....
Auf den ersten Blick sieht alles aus wie immer. Gegen Ende der 16. Runde biegt Sebastian Vettel, nicht komfortabel aber doch in Führung liegend, in die Boxengasse ab. Jeder Handgriff der Mechaniker scheint zu sitzen. Aber Vettel steht und steht und steht. 6,9 Sekunden. Ein paar Momente länger nur, für einen Reifenstopp in der Formel 1 allerdings eine Ewigkeit . . .
Weil nach einem Stopp des unmittelbar hinter Vettel liegenden Jenson Button Red Bull seine Strategie blitzartig über den Haufen wirft, Vettel sofort und viel früher als geplant ebenso an die Box holt, "vergisst" man auf das rechte Vorderrad. Und als Vettel zurück ins Rennen kommt, ist Button auf und davon.
Aber im Kurven-Roulette von Monaco rollt an diesem Nachmittag dennoch alles für Sebastian Vettel. Am Ferrari von Felipe Massa, zuvor von Lewis Hamilton gerammt, bricht mitten im Tunnel die Radaufhängung, der übel zugerichtete Wagen bleibt am Straßenrand liegen, das Safety-Car der Rennleitung muss auf die Strecke. Und weil Button und Fernando Alonso das zu einem Boxenhalt nutzen, erbt Vettel unverhofft doch noch einmal die Führung.
Und jetzt beginnt eine gnadenlose Hetzjagd durch die winkeligen Straßen des Fürstentums. Red Bull & Vettel sehen die einzige Chance zu gewinnen, sich ohne weiteren Stopp über die Distanz zu retten. Dahinter haben Alonso und Button aber die weit frischeren Reifen. 15 Runden vor Schluss trennen die drei nur Zentimeter.
Rennabbruch
Seit Runden setzt Alonso wieder und wieder zum Überholen an. Vettel kann sich in vielen Passagen nur noch mit so genannter "Kampflinie" verteidigen. Doch abermals ist er es, der endgültig den Jackpot knackt. Gerade als das Spitzentrio auf einen Pulk zu überrundender Autos aufläuft, verkeilen sich beim Schwimmbad der Toro Rosso von Jaime Alguersuari und der Renault von Witali Petrow. Wieder ist Monaco ein großer Schottplatz, wieder rückt das Safety-Car aus, wieder muss zum offenbar verletzten Petrow der Notarztwagen gerufen werden. In der Sekunde lässt Rennleiter Charlie Whiting den Grand Prix stoppen.
Exakt in der Reihenfolge zum Zeitpunkt des Abbruchs werden die Rennwagen aufgeschlichtet. Neue Reifen werden aufgezogen. Es wird noch einmal gestartet und nach einer Runde hinter dem Safety-Car werden die offenen fünf Runden abgespult. Für Sebastian Vettel jetzt kein Problem mehr. Er feiert im sechsten Saisonrennen seinen fünften Sieg, den ersten in Monaco. Und quasi auf Umwegen steigt er doch noch in die Fürstenloge zu Albert und dessen zukünftiger Frau Gemahlin Charlene Wittstock.
Entwarnung
Von Witali Petrow kommt schon wenig später Entwarnung aus dem "Princess Grace Hospital", an seinen verletzt geglaubten Beinen ist nichts gebrochen. Und Sergio Perez, tags zuvor im Qualifying bei der Tunnelausfahrt so schwer verunglückt, will trotz einer weiteren Nacht im Spital in zwei Wochen in Kanada bereits wieder am Start stehen.
















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