Vettel verfolgt die Konkurrenz aus dem Rückspiegel
Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel ist der Referenzwert der Formel 1 in diesem Frühjahr. Auch in der Türkei waren er und Red Bull (Webber Zweiter) nicht zu bremsen.

Foto © ReutersVettel - wer sonst ...
Langsam gewöhnen wir uns an die freundlichen Funk-Kommentare der Red-Bull-Kommandobrücke mit dem Weltmeister. "Ja, ja, ja. Genau so mag ich das. So stelle ich mir das vor", schreit Vettel ins Mikro. Und Teamchef Christian Horner begnügt sich mittlerweile mit britischer Zurückhaltung: "Excellent." Sebastian Vettel erlebte ein perfektes Wochenende.
Gut, der Crash am Freitag kann passieren. Das hat ihm keiner übel genommen. Nicht einmal die Jungs, die stundenlang schuften mussten. Es folgte ein Qualifying und ein Grand Prix, in dem der Deutsche nicht zu bremsen war. Den ersten Startplatz fuhr er der Einfachheit halber ins Ziel. Unaufgeregt, wie man es von Vettel kennt. Mehr als acht Sekunden später überquerte Mark Webber die Ziellinie. Dahinter Fernando Alonso. Der Vorsprung mag gering erscheinen. Aber Vettels Überlegenheit war größer. Er bestimmte das Tempo, wie er es wollte. Nachlegen hätte er immer können.
Dabei wurde bei diesem Grand Prix im Istanbul Park (vermutlich der Letzte) soviel gestanden, wie kaum einmal zuvor. Insgesamt 80 Boxenstopps wurden gezählt, fast alle Spitzenpiloten suchten gleich vier Mal ihre Boxencrew auf, zum Reifenwechsel. Die unberechenbare, aber gewollte Kurzlebigkeit der Pirellis zwingen dazu.
Nach dem Start, bei dem Webber schon einmal gegen den drittschnellsten Rosberg den kürzeren zog, folgte ein buntes Hin und Her, ein Platztausch nach dem anderen. Die sogenannte DRS-Zone, in der man den Heckflügel aufklappen darf, wurde zur Vorfahrtzone für die Hinterherfahrer. Die zuerst vorne fuhren - wie Nico Rosberg, der Webber gleich beim Start auf Rang drei drängte - wurden nach hinten durchgereicht, fanden sich nach strategischen Eingriffen plötzlich wieder weit hinten. Und Rosberg meinte am Ende, nachdem er sich doch noch den fünften Platz von Button zurückerobern hat, können: "Wir müssen aufpassen, dass es für die Zuschauer nicht ein zu großes Durcheinander wird."
Eine Konstante
Von all dem Geplänkel unberührt zog Sebastian Vettel vorne seine Runden. Boxenstoppbereinigt hat er die Führung im Grunde nie abgegeben. Er feierte im vierten Saisonrennen seinen dritten 25-Punkte-Erfolg. Das Tempo, das er im Red-Bull-Renault vorlegt, kann keiner folgen. So ist Vettel die einzige wirkliche Konstante im Feld, der Champion und WM-Leader ist der Referenzwert der Formel 1 in diesem Frühjahr. Und, gut erzogen wie er ist, bedankte er sich bei den Mechanikern, "denen ich am Freitag so viel Arbeit beschert habe." Und er vergaß auch nicht, via TV seiner Mutter zum Muttertag zu gratulieren. "Unsere Strategie war perfekt. Webber tat sich etwas schwerer. Er hat am Start gegen Rosberg verloren, er fährt nicht so reifenschonend. Am Ende war's dennoch ein Doppelsieg", strahlte selbst Helmut Marko von Red Bull
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Ergebnis: Top 10
- 1. Sebastian Vettel (GER)
- 2. Mark Webber (AUS)
- 3. Fernando Alonso (ESP)
- 4. Lewis Hamilton (GBR)
- 5. Nico Rosberg (GER)
- 6. Jenson Button (GBR)
- 7. Nick Heidfeld (GER)
- 8. Witali Petrow (RUS)
- 9. Sebastien Buemi (SUI)
- 10. Kamui Kobayashi (JPN)














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