Weltmeister Vettel darf aufs Knöpferl drücken
Drei Wochen Renn-Pause in der Formel 1. Und jetzt funktioniert bei Red Bull Racing auch der Knopf für den Extraschub von KERS.

Foto © APASebastian Vettel
Sebastian Vettel ist ohne große Sorgen. Dem Weltmeister steht bei der Europa-Premiere der Formel-1-WM 2011 ein angenehmer Grand Prix am Sonntag im kurvigen Istanbul Park bevor. Auch wenn in China der Siegeszug gebremst wurde, man trotz der Red-Bull-Dominanz Lewis Hamilton im McLaren den Vortritt lassen musste. Weil der Funk ausgefallen, die Strategie so nicht ganz umzusetzen war. Man habe aber viel gelernt, sagt Vettel.
In Istanbul wird er wieder aufs Knöpfchen drücken - und diesmal soll der Extraschub auch in allen Runden abrufbar sein, sollen die 82 zusätzlichen PS für maximal 6,7 Sekunden pro Runde zur Verfügung stehen. Bei Red Bull wurde das Energierückgewinnungssystem KERS getestet, auf Herz und Nieren geprüft, wie Helmut Marko, Motorsport-Berater von Red Bull, versichert. In den drei Wochen Pause habe man alle Daten der ersten drei Rennen ausgewertet, die Computer in Milton Keynes mit allen denkbaren Varianten gespeist - und siehe da, KERS funktioniert.
Updates bringen alle mit in die Türkei. "Vor allem aerodynamische", meint Marko, ohne sich dabei genau festlegen zu wollen. Das Otodrom von Istanbul wird die Teams aber vor ganz andere Probleme stellen, werden die Reifenflüsterer Hochsaison haben. Die neuen Pirellis, die ausgerechnet im türkischen Izmit, keine Autostunde von Istanbul entfernt, produziert werden, stehen vor der Zerreißprobe. "Kein Kurs bisher hat die Reifen so beansprucht wie Istanbul", weiß Marko. Und spricht da vor allem die Kurve acht an.
Beeindruckende Zahlen
Der "Turn 8" ist eine der Lieblingskurven aller Piloten. Natürlich nicht mit dem historischen Nimbus einer Eau Rouge (Spa) oder Parabolica (Monza) versehen, aber die achte Kurve hat sich mit ihren drei Scheitelpunkten einen Namen gemacht. Mit beeindruckenden Zahlen: 640 Meter lang, das sind gleich zwölf Prozent der gesamten Rundenlänge von 5,338 Kilometer. Bis zu fünf G zerren an den Piloten, die Kurven-Geschwindigkeit liegt bei 270 km/h - im Schnitt.
Pro Runde ist diese Kurve allein für ungefähr 40 Prozent der Reifenabnützung, vor allem rechts vorne, verantwortlich. Und so gilt für Freitag im freien Training. "Reifen testen, probieren, Runden drehen, auch mehrere am Stück", erklärt Marko. Um die richtige Strategie für das Rennen am Sonntag zu entwickeln. "Die durch die neuen Regeln noch wichtiger geworden ist, als jemals zuvor."
Gute Erinnerungen an Istanbul hat man bei Red Bull ja nicht gerade. Im Vorjahr kollidierten Vettel und Webber. Es folgte der unrühmliche "Vogelgruß" des Deutschen. Seit damals ist die Harmonie etwas "gestört"...












