Formel 1: Neuer Toro Rosso auf Anhieb gut
Beim Saisonauftakt in Melbourne steht erstmals seit 2009 ein Toro Rosso in den Top-Ten einer Formel-1-Startaufstellung. Während man bei Red Bull über Sebastian Vettels Fabel-Pole jubelte, freute man sich beim Schwesternteam über den zehnten Startplatz des Schweizers Sebastien Buemi.

Foto © Reuters I MARK HORSBURGHSebastien Buemi
Ein Jahr nach der Gründung von Red Bull Racing hatte Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz Minardi gekauft und daraus 2006 Toro Rosso gemacht. Zwar sind die beabsichtigten Technik-Synergien nicht mehr erlaubt, das mittlerweile in die italienische Selbständigkeit entlassene Schwestern-Team fungiert aber nach wie vor als "Nachwuchsschmiede" für Red-Bull-Piloten. Und es wird auf ewig das Team sein, für das Vettel (2008) den ersten GP-Sieg für sich und die "Roten Bullen" eingefahren hat.
Nun drehen Buemi und der Spanier Jaime Alguersari am Steuer des Toro Rosso. Die STR6 genannte, sechste Auflage des Autos ist die erste in Faenza komplett eigens konstruierte Variante. Und die geriet unter Giorgio Ascaneli ziemlich einzigartig.
"Extremer Weg "
"Wir sind einen extremem Weg gegangen", erklärte Teamchef Franz Tost die Entscheidung, die Seitenkästen ans Monocoque zu hängen und damit einen zehn Zentimeter breiten Spalt zum Unterboden zu erzeugen. Dadurch gelangt mehr und schneller Luft zum Diffusor, was mehr Unterdruck erzeugt und speziell in schnellen Kurven die Bodenhaftung verbessert.
Natürlich sind die Erwartungen der mit Ferrari-Motoren ausgerüsteten "kleinen Bullen" dennoch deutlich geringer als jene des in England sitzenden und mit österreichischer Lizenz fahrenden Weltmeister-Teams. "Unser Ziel ist, den achten Platz in der Konstrukteurs-WM zu belegen", so Tost.
Dem Tiroler ist bewusst, dass einem als Ausbildungslager für Nachwuchsfahrer natürliche Grenzen gesetzt sind. "Red Bull und Dietrich Mateschitz haben das Team gekauft, um dem Nachwuchs eine Chance zu geben. Das ist nun mal unsere primäre Aufgabe. Tost ist aber überzeugt: "Irgendwann werden wir vier so gute Fahrer haben, dass wir weiter nach vorne kommen."
Der Druck wächst
Ob schon mit den beiden derzeitigen Fahrern, ist offen. Mit Daniel Ricciardo, Ersatzfahrer sowohl für Toro Rosso als auch Red Bull Racing, übt jetzt schon ein hoch gehandelter Australier Druck auf die beiden Stammfahrer aus. "Er ist gut und professionell", so Tost.
Dass Ricciardo noch während des Jahres einspringt, glaubt Tost aber eher nicht. "Aber am Saisonende muss man entscheiden, ob ein Fahrer zu Red Bull geht und ob man dem nächsten Nachwuchsfahrer eine Chance geben kann."
Toro Rosso wurde als eines der Mittelstandteams gesehen, das 2011 von den vermehrt notwendigen Boxenstopps profitieren könnte. Tost glaubt aber nicht, dass es ganz so kommt. "Die Reifen sind für alle gleich. Wenn sie bei den hinteren halten, dann tun sie das auch bei den vorderen."












