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Zuletzt aktualisiert: 18.02.2011 um 15:40 UhrKommentare

Lage in Bahrain bringt Formel 1 in Krisenmodus

Über dem Saisonauftakt der F1 in Bahrain steht weiter ein Fragezeichen. Zumindest für die letzten Testfahrten wäre schon ein Ersatzort gefunden. Barcelona würde parat stehen.

Bernie Ecclestone

Foto © APABernie Ecclestone

Die Streckenverantwortlichen des Circuit de Catalunya bei Barcelona, auf dem seit Freitag die dritte Testfahrserie für die Saison 2011 stattfindet, erklärten am Freitag ihre Bereitschaft, auch für die finalen Proberunden vor dem für 13. März geplanten Saisonstart parat zu stehen. Vom 3. bis 6. März sollen in Bahrain eigentlich die letzten offiziellen Tests vor der Saison über die Bühne gehen. Die Teams wollen aber erst die Entscheidung von Bernie Ecclestone abwarten, ob der GP von Bahrain durchgeführt oder wegen der Unruhen in dem Golfstaat abgesagt wird. Während die Teams die Situation diese Woche in Barcelona besprechen wollen, hat Ecclestone eine Entscheidung für kommenden Dienstag oder Mittwoch zugesagt. "Wenn sich die Situation bis dahin nicht beruhigt hat, werden wir wahrscheinlich absagen müssen", erklärte der 80-jährige Chefvermarkter der Formel 1.

Diese Deadline ergibt sich aus dem Faktum der übernächste Woche in Bahrain geplanten Testfahrten, womit die Teams ihre Fahrzeuge schon vor dem Wochenende losschicken müssten. "Wir wären sehr enttäuscht, wenn der Saisonauftakt nicht in Bahrain stattfinden würde", sagte Adam Parr von Williams und sprach auch einen heiklen Punkt an. Nämlich wenn die Formel 1 zur Möglichkeit wird, nationalen Protesten eine weltweite Öffentlichkeit zu geben. "Es geht ja nicht nur um die Sicherheit der Formel 1. Man muss auch sensibel sein, was im Land passiert", meinte Parr. Ein lieber ungenannt bleiben wollendes Formel-1-Mitglied meinte: "Viele Menschen würden sich von uns abwenden, wenn wir ein Regime unterstützen, das Menschen aus dem eigenen Volk tötet." Die Fahrer äußerten sich bisher noch nicht zu der drohenden Absage. Wegen des politischen Hintergrunds der Unruhen, bei denen vier, Augenzeugen zufolge aber fünf Menschen ums Leben kamen, wollte auch der deutsche Red-Bull-Weltmeister Sebastian Vettel nichts dazu sagen. Auch Kollegen, die sonst in Netzwerken wie Twitter oder Facebook sehr aktiv sind, hielten sich bedeckt. Bei den viertägigen Testfahrten in Barcelona, die am Freitag begannen, herrschte der Tenor: Wenn wir nicht in Bahrain fahren, fahren wir eben nicht in Bahrain.

Die Bilder von Panzern auf den Straßen Manamas schürten die Befürchtungen, dass der Saisonauftakt in diesem Jahr ausfallen könnte. Am Freitag versammelten sich rund 15.000 Menschen zu "Märtyrer-Begräbnissen" - der Beisetzung von drei getöteten Demonstranten. Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff sagte einen für Ende des Monats geplanten Besuch in Bahrain ab. Alternativen für das Rennen in dem Golfstaat gibt es so gut wie keine. Einzig Abu Dhabi käme aus geografischen Gründen infrage. "Unsere Seefracht ist wie die von allen anderen Teams vor einem Monat auf den Weg nach Bahrain geschickt worden", erklärte Teamchef John Booth vom Marussia-Virgin-Rennstall der "BBC". "Woanders zu fahren, wäre sehr schwierig", so das Fazit.

Hinzu käme, dass Abu Dhabi dann gegebenenfalls zweimal die Gebühren als Gastgeber der Königsklasse des Motorsports zahlen müsste. Am 13. November steht dort der vorletzte Saisonlauf auf dem Plan. Fiele der Große Preis von Bahrain in der Wüste von Sakhir, 30 Kilometer von der Hauptstadt Manama entfernt, ersatzlos aus, würde die WM in diesem Jahr in 19 statt 20 Läufen entschieden werden. Die für dieses Wochenende vorgesehenen Rennen der Nachwuchsserie GP2 Asia waren bereits am Donnerstag abgesagt worden. In gut einer Woche sollen weitere Flieger mit Material und Autos in Richtung Manama starten.


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GEPA/Reuters/Fotolia

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