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Mister Ecclestone und das große Schweigen Anklage gegen Formel-1-Chef Ecclestone erhoben Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Formel 1 Nächster Artikel Mister Ecclestone und das große Schweigen Anklage gegen Formel-1-Chef Ecclestone erhoben
Zuletzt aktualisiert: 05.01.2011 um 21:36 UhrKommentare

Crash im Grand Prix von Bayern

Neuer Knall für Bayerns Skandalbank: Ex-Vorstand Gribkowsky wegen Fluchtgefahr in München in Haft. 2006 drehte er ein großes Ding mit Formel-1-Rechten.

Foto © APA

München, Mittwochvormittag

Für den Ex-BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky klicken die Handschellen. Die Sonne, die über dem bitterkalten Bayern strahlt, sieht der Manager nur noch durch die schwer vergitterten Fenster der Justizvollzugsanstalt München-Stadelheim. Zu Wochenbeginn wurde bekannt, dass er der Begünstigte der Salzburger Privatstiftung "Sonnenschein" ist, die über Firmen in der Karibik und auf Mauritius mit 50 Millionen US-Dollar aus dubiosen Quellen gespeist wurde. "Wegen Flucht- und Verdunkelungsgefahr", so die Münchner Staatsanwältin Barbara Stockinger gestern zur Kleinen Zeitung, "musste man Gribkowsky in Haft nehmen". Bestechlichkeit, Untreue, Steuerhinterziehung, "getarnt über zwei Beraterverträge" stehen im Raum. In Bayern ortet man bereits den größten Korruptionsfall der Bundesrepublik.

Bahrain, März 2006

Gribkowsky blinzelt zufrieden in die Sonne des Emirates. Neben Formel-1-Chef Bernie Ecclestone und Legende Niki Lauda steht er auf der Rennstrecke der Scheichs und strahlt. Gerade hat er als damaliger Risiko-Vorstand der BayernLB das größte Rad seines Lebens gedreht. Für die BayernLB verwertet er die Formel-1-Rechte des pleitegegangenen Medienmoguls Leo Kirch. Seit Kirchs finanziellem Debakel halten drei Banken - JP Morgan, Lehman Brothers und die BayernLB - die Forme-l-Anteile. Weil Formel 1 definitiv nicht zum Kerngeschäft einer Landesbank gehört, stecken die Bayern ihren Anteil - zusammen mit 25 Prozent von Bernie Ecclestone - in die SLEC Holding. Vorstandschef der SLEC: Gerhard Gribkowsky. Doch wer darin den Ton angibt, wird klar, wenn man sich ansieht, wofür das Kürzel SLEC steht - Slavica Ecclestone, die Frau des Formel-1-Zampanos. Ende März 2006 ist der Deal dann perfekt: Die von der luxemburgischen Investmentgesellschaft CVC Capital Partners gegründete Alpha Prema übernimmt die SLEC-Anteile und wird neuer Haupteigentümer der Formel 1. Das Alpha-Vorstandstrio: Bernie Ecclestone, Donald MacKenzie (CVC) und Gerhard Gribowsky. Der Kaufpreis bei dem Deal soll rund eine Milliarde Dollar betragen haben.

Salzburg 2006

Beim Raiffeisenverband Salzburg kommen die Geldflüsse auf eine neu eingerichtete österreichische Privatstiftung namens "Sonnenschein" den Bankleuten spanisch vor. Die Skepsis erregten 50 Millionen US-Dollar, die aus Mauritius und der Karibik stammen. Stifter: Gerhard Gribkowsky. Man bringt Anzeige wegen Geldwäscheverdachtes ein, das Bundeskriminalamt wird eingeschaltet, die Staatsanwaltschaft Salzburg ermittelt.

Salzburg, März 2007

Das Ermittlungsverfahren gegen Gribkowsky in Salzburg wird eingestellt. Von den 50 Millionen Dollar bleiben nach Steuern nur mehr knapp 25 Millionen über.

"Das Geld wurde über Beraterverträge getarnt nach Österreich gebracht", erklärte gestern die Staatsanwaltschaft München. Steuerhinterziehung steht im Raum. Der 2005 geführte Streit um die Formel-I-Anteile, den die Bayern zuvor noch bei Gericht anzetteln wollten, wurde einst beigelegt. Hier könnte der Reichtum Gribkowskys den Ursprung haben: entweder als Belohnung von CVC dafür, dass er das Rechtepaket an diesen Investor verkauft hat oder als Dank von Ecclestone dafür, dass er ihm im juristischen Streit beigesprungen ist. Die BayernLB will Schadenersatz-Ansprüche gegen ihren Ex-Manager prüfen. Ermittlungen laufen, Gribkowskys Salzburger Anwalt Gerald Toifl behauptet aber, alles sei korrekt abgelaufen - zumindest in Österreich, wo Toifl Geschäftsführer einer Gesellschaft ist, in der die Stiftung das Geld veranlagt hat.

Das kann Toifl nicht für alle Geschäfte behaupten, in denen er seine Finger im Spiel hatte. Als Anwalt des Buwog-Beschuldigten Walter Meischberger ist er selber im Visier der Justiz. Bis Juni 2010 war er der Anwalt Meischbergers. Er erstattete Selbstanzeige wegen der Millionen-Provision im Zusammenhang mit der Buwog-Privatisierung unter Finanzminister Karl-Heinz Grasser. Derzeit wird er von der Justiz als Beschuldigter in der Sache geführt, und zwar wegen des Verdachts auf Beweismittelfälschung.

ADOLF WINKLER, THOMAS CIK

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GEPA/Reuters/Fotolia

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Formel-1-Weltmeister seit 2005

2005: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2006: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2007: Kimi Räikkönen (FIN; Ferrari)
2008: Lewis Hamilton (GBR; McLaren)
2009: Jenson Button (GBR; Brawn)
2010: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2011: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2012: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)

 

Formel-1-Rekordweltmeister

Fahrer:

1. Michael Schumacher (GER)
7 WM-Titel (1994,95,2000,01,02,03,04)
2. Juan Manuel Fangio (ARG)
5 WM-Titel (1951,54,55,56,57)
3. Alain Prost (FRA)
4 WM-Titel(1985,86,89,93)

Konstrukteure

1. Ferrari
16 WM-Titel
2. Williams
9 WM-Titel
3. McLaren
8 WM-Titel

 

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