Lauda: "Intelligenz ist nicht gleich Stallorder"
Niki Lauda ist überzeugt, dass Red Bull im Finale alles auf Mark Webber setzen wird. "Vettel kann man abschreiben. Er hat keine Chance mehr. Wie soll das funktionieren?"

Foto © GEPANiki Lauda
Sie haben Red Bull für die letzten beiden Rennen eine Stallorder empfohlen? Wie soll denn die ausschauen?
NIKI LAUDA: Nein! Stallorder ist verboten. Punkt. Von Stallorder habe ich daher auch nie etwas gesagt. Nur davon, dass Red Bull jetzt logisch fahren muss.
Heißt was?
LAUDA: Der Unterschied liegt im Kleingedruckten. Eine Stallorder, so patschert wie das Ferrari in Hockenheim gemacht ist, ist ein Affront gegen Sport und Zuschauer. Red Bull muss einfach rennbezogen denken. Und wird das auch machen.
Angenommen Webber liegt in Führung, Vettel ist Zweiter, aber einen Tick schneller. Dann dürfte er nicht attackieren?
LAUDA: Genau. Der Fehler von Istanbul (Crash zwischen Vettel und Webber, Anm.) sollte nicht mehr passieren. Das hat aber nix mit Stallorder zu tun, sondern nur mit Intelligenz. Red Bull muss alles auf die Karte Webber setzen, muss den Webber von Früh bis Abend streicheln, damit er seine in Korea verlorenen Punkte zurückholt.
Kann man auch das Qualifying irgendwie steuern?
LAUDA: Unmöglich. Das lässt sich nicht planen. Sonst ist womöglich plötzlich der Alonso vorne und lacht sich eines.
Wie schätzen Sie die WM-Kandidaten ein?
LAUDA: Ich bin nach wie vor überzeugt, dass die beiden Red Bull drei, vier Zehntel schneller sind als alle anderen. Dafür ist Alonso der bessere Fahrer, der fährt in einer eigenen Liga. Mit dem Vorteil des klar schnellern Autos müsste Webber das jedoch kompensieren können.
Sie reden nur von Mark Webber. Vettel haben Sie nicht mehr auf der Rechnung?
LAUDA: Vettel kann man abschreiben. Er hat keine Chance mehr. Wie soll das funktionieren? Selbst wenn Vettel gewinnen sollte, lösen sich die anderen ja nicht in Luft auf.












