Das große Wettrennen zu Lande und zu Luft
Sebastian Vettel (22) fährt, Red Bull fliegt der Formel 1 auf und davon. Vettel & Webber stehen am Sonntag in China in der ersten Startreihe.

Foto © ReutersDas Trio
Bereits vor dem Qualifying hat ihm sein Teamchef Christian Horner die Lobeshymne gesungen. "Sebastian ist noch ein Stück besser als im letzten Jahr, vor allem dadurch, dass er jetzt mehr Erfahrung hat. Es ist faszinierend, was er abliefert."
Die Formel 1 fasziniert hat Vettel dann auch einmal mehr im Abschlusstraining. Obwohl er mit seinem Red Bull bis dahin "nicht hundertprozentig zufrieden" war, steht er im vierten Saisonrennen in Shanghai (Start 9 Uhr) zum dritten Mal auf Poleposition. Er lobte seine Mechaniker, derart viel sei am Auto geändert worden. Details wollte Vettel aber nicht verraten.
Eine Luftbrücke
Gut funktioniert hatte auch das Timing von Red Bull. Um in letzter Minute gerade noch ein paar neue, verbesserte Teile aus England nach Shanghai zu bringen - trotz Vulkanchaos. "Ein Mitarbeiter aus der Fabrik im britischen Milton Keynes flog eine halbe Stunde vor der Schließung des Flughafens in Paris mit einer der allerletzten Maschinen nach Asien", erzählte Horner. "Wir haben ihn mit Ersatzteilen mit dem Eurostar-Zug nach Paris geschickt, dort kam er genau rechtzeitig an - wir mussten sogar noch jemanden mitschicken, weil es so viele Kisten waren . . ."
Streikt nicht wie in den ersten beiden Saisonrennen die Technik oder wirft nicht der angekündigte Regen alles durcheinander, dann greift Red Bull nach dem zweiten Sieg hintereinander. "Das sollte das auch funktionieren, so souverän, wie er im Moment alles macht", glaubt Ex-Formel-1-Pilot und TV-Experte Christian Danner. Ein italienischer Journalist wollte Vettel ja gar schon zum "Mann des Jahres" küren - was dieser bescheiden zurückwies: "Das Jahr ist noch viel zu lang - wir haben gerade mal drei Rennen hinter uns."
Im Gegensatz zu seinem jungen Landsmann erlebte der siebenmalige Weltmeister Michael Schumacher in Shanghai eine ziemlich bittere Enttäuschung: Fast sieben Zehntel nahm ihm Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg ab, am Ende nur Rang neun - während Rosberg als Vierter in der zweiten Startreihe steht.
Großer Irrtum
Und die Erklärung, die Schumacher zunächst so ziemlich allen TV-Stationen geliefert hatte, "vielleicht hat der alte Heckflügel, auf den Nico fürs Qualifying zurückgewechselt hat, doch besser funktioniert als mein neuer", entpuppte sich auch noch als kompletter Irrtum.
Denn in Wahrheit waren Schumi & Rosberg mit dem gleichen, dem neuen Flügel unterwegs gewesen. "Ich hatte das in unserem Briefing mittags so verstanden, dass Nico den alten nehmen wird", versuchte Schumi nachträglich aufzuklären, "ich war da einfach falsch informiert."













