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Zuletzt aktualisiert: 29.03.2010 um 07:54 UhrKommentare

Button gewinnt Spektakel

Weltmeister Button spielte in Melbourne seine großen Stärken aus und gewann nach einem frühen Boxenstopp. Der Schnellste, Vettel, blieb wieder einmal unbelohnt.

Button steht wieder ganz oben

Foto © APAButton steht wieder ganz oben

Es bleibt dabei - kaum fallen ein paar Tropfen Regen, schon wird die Formel 1 zum Spektakel und liefert unerwartete Ergebnisse. Im Albert Park in Melbourne war es ein kurzer Schauer in der Startphase, der alles durcheinanderwirbelte. Am Ende standen Weltmeister Jenson Button, Renault-Pilot Robert Kubica und Ferrari-Fahrer Felipe Massa auf dem Podium - die Wettgewinne für diesen Ausgang dürften erheblich gewesen sein. Sebastian Vettel erwischte es ganz bitter: Erneut brachte ihn ein Defekt um einen sicheren Sieg.

Schon der Start auf dem nassen Kurs war spektakulär. Erst gerieten sich die Weltmeister Button, Alonso (fiel ganz zurück, holte dann aber wieder toll auf) und Schumacher (demolierte sich den Frontflügel, steckte ewig lange hinter Alguersuari) noch relativ harmlos in die Wolle, dann krachte es im Mittelfeld gewaltig. Kamui Kobayashi verlor einen Frontflügel, touchierte die Mauer und räumte, zurückgeschleudert, gleich mal Sebastien Buemi und Nico Hülkenberg ab.

Als die Strecke nach dem Ende der Safety-Car-Phase allmählich abzutrocknen begann, war Weltmeister Button der Erste, der das Risiko einging, auf Trockenreifen zu wechseln: "Ich habe selbst der Box gesagt, dass ich das möchte - ich denke, als Fahrer können wir die Situation auf der Strecke wirklich am besten einschätzen." Es war genau die richtige Entscheidung, die ihm am Ende einen souveränen Sieg brachte. Vor allem, weil der Brite seine größte Stärke ausspielen konnte: Mit seinem sehr weichen, reifenschonenden Fahrstil kam er mit dem einen Satz weicher Trockenreifen problemlos bis ins Ziel.

Diese Punkte fehlen

Freilich hätte es nicht zum Sieg gereicht, hätte den souverän führenden Sebastian Vettel nicht schon wieder ein Defekt ereilt - zum zweiten Mal innerhalb von 14 Tagen nach Bahrain. Was zunächst wie ein Bremsdefekt aussah, entpuppte sich als ein beim Boxenstopp nicht ganz exakt montiertes Rad. Vettel selbst hat wieder einmal alles richtig gemacht und wurde trotzdem nicht belohnt. Bitter enttäuscht wollte er im ersten Moment "am liebsten direkt nach Hause fahren". Es ist immer schlimm, den Sieg vor Augen zu haben und wegen eines technischen Problems (in Bahrain war es eine gebrochene Zündkerze) nicht zu gewinnen. Das sind die Punkte, die meist am Ende abgehen.

Red Bull hatte erstmals die erste Startreihe hundertprozentig okkupiert. Am Ende blieben für Mark Webber zwei magere Punkte. Am Start hat der Australier einen Platz verloren, durch einen späten Wechsel auf Trockenreifen zwei weitere. Und im Finish kollidierte Webber auch noch mit Hamilton, riss sich den Flügel ab, musste noch einmal in die Box. "Es war frustrierend. Ich hätte mir auch einen früheren Boxenstopp gewünscht", so Webber. Aber da wurde Sebastian Vettel vorgezogen.

KARIN STURM, MELBOURNE

GP von Australien

1. Jenson Button (GBR), McLaren
2. Robert Kubica (POL), Renault
3. Felipe Massa (BRA), Ferrari

Schnellste Runde

Mark Webber (AUS) Red Bull 47. Runde Zeit : 01:28,358, Durchschnitt : 216,060 km/h

Vettel trifft keine Schuld

Sebastian trifft am Abflug überhaupt keine Schuld. Es war auch kein Bremsdefekt. Nach einer Analyse dürfte ein Rad beim Boxenstopp nicht exakt montiert worden sein. Die Folge war eine Unwucht, die Radmutter hat sich immer mehr verkantet. Vettel klagte über Vibrationen und dann ging am Ende für rund 40 Meter der Bremsdruck verloren. So flog er in das Kiesbett.

Der Grazer Helmut Marko ist Motorsportberater bei Red Bull

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GEPA/Reuters/Fotolia

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Formel-1-Weltmeister seit 2005

2005: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2006: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2007: Kimi Räikkönen (FIN; Ferrari)
2008: Lewis Hamilton (GBR; McLaren)
2009: Jenson Button (GBR; Brawn)
2010: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2011: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2012: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)

 

Formel-1-Rekordweltmeister

Fahrer:

1. Michael Schumacher (GER)
7 WM-Titel (1994,95,2000,01,02,03,04)
2. Juan Manuel Fangio (ARG)
5 WM-Titel (1951,54,55,56,57)
3. Alain Prost (FRA)
4 WM-Titel(1985,86,89,93)

Konstrukteure

1. Ferrari
16 WM-Titel
2. Williams
9 WM-Titel
3. McLaren
8 WM-Titel

 

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