F1 kehrt an den "Tatort" Singapur zurück
Die Formel 1 kehrt an den Tatort der "Crashgate"-Affäre zurück. Erstes Training am Freitag live ab 16 Uhr in ORF 1.

Foto © APARückkehr: Nach den Schuldsprüchen im Unfall-Skandal
Nico Rosberg muss in Singapur vor allem immer wieder eine Frage beantworten: Fühlt er sich, nach allem was jetzt über des manipulierte Rennergebnis des Singapur-GP 2008 bekannt ist, als heimlicher Sieger dieses Rennens? Schließlich war er damals ja Zweiter hinter Fernando Alonso. Doch im Gegensatz zu in letzter Zeit kolportierten Zitaten, dass er das genau so sehe, ist er jetzt zurückhaltenden. "Nicht wirklich, das ist auch alles schon viel zu lange her . . ."
"Rennstrategie"
In der 20-seitigen Urteilsbegründung zu "Crashgate" gab die FIA jedenfalls weitere Details zu den Beweisen bekannt. Neu ist darin die Rolle eines "Zeuge X" genannten Renault-Teammitglieds, das als einziger weiterer Mitarbeiter neben Flavio Briatore, Pat Symonds und Nelson Piquet Jr. von dem absichtlichen Unfall des Brasilianers und der "Rennstrategie" gewusst haben soll. In einem Schreiben verrät Renault, dass "Zeuge X" bestätigt habe, vor dem Rennen von den Plänen gewusst zu haben. So soll der Tippgeber, dessen Identität nur den FIA-Anwälten und Max Mosley bekannt ist, dabei gewesen sein, als Briatore und Symonds den Plan diskutierten.
Das FIA-Urteil enthält auch ein Schreiben von Symonds, in dem er sich nach seiner ursprünglichen Weigerung, sich zum Fall zu äußern, für sein Mitwirken entschuldigt. "Als mir die Idee von Nelson Piquet Jr. vorgeschlagen wurde, hätte ich sie sofort ablehnen sollen. Es ist eine Schande, dass ich es nicht getan habe."
Die Frage ist immer noch, ob die milde Strafe für Renault selbst genug Entgegenkommen ist, um die Franzosen in der Formel 1 zu halten. Max Mosley verkündet ja allenthalben, er wisse, dass Renault bleibe - basierend auf einem Statement, das in der Anhörung vor dem World Council abgegeben wurde. Darin heißt es: "Renault F1 und sein Mutterkonzern haben genau darüber nachgedacht, ob man nach dem Schaden, den die Verschwörung der Unternehmensstruktur zugefügt hat, sowie dem finanziellen Druck, der schon einige Hersteller zum Ausstieg bewegt hat, im Sport verbleiben sollte. Aber wir kamen zu dem Schluss, dass wir gerne in der Formel 1 bleiben."
"Gerne bleiben" heißt allerdings noch nicht, dass man mit Sicherheit bleibt - auch wenn die FIA das so darstellt.












