Mercedes wird mehr und mehr der Machtfaktor
Die Triebwerke aus Stuttgart sind in der Formel 1 umworben wie nie zuvor. Auch vom Red-Bull-Team.

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Monza war schon immer etwas Besonderes, hat aber viel vom Glanz und Glorie vergangener Tage verloren. Die Patina ist deutlich sichtbar, das Gras überwuchert langsam die abbröckelnden alten Steilkurven im Wald. Die zwei Zeitnehmertürme stehen wie würdige Denkmäler. Und die Fans sind auch viel, viel ruhiger geworden. Selbst wenn Fisichella (14.) heute nicht gewinnt, wird er nicht von den Tifosi gesteinigt werden. Was man früher jedem erfolglosen Ferrari-Piloten angedroht hat.
WM-Frage
Dass im Vorjahr Sebastian Vettel im italienischen Toro-Rosso-Team mit einem Ferrari-Motor gewonnen hat, war für die Azzurri kaum von Bedeutung. Für Red Bull war es aber der erste Sieg in der Geschichte. Und in Monza begann immer die entscheidende Phase. In allen Belangen.
Vettel sitzt dem Führenden Jenson Button im Nacken. 50 Punkte sind noch zu holen, 19 liegt Button vor dem Deutschen. Der Brite rutschte zwar etwas in die Krise, wirkt angespannt, ist anfällig und leicht grantig. Der Saisonstart war für den Seriensieger so einfach und nett, jetzt hat es Button aber in den vergangenen fünf Rennen nicht einmal mehr aufs Podium geschafft. Nur er kann sich aus der Tiefe ziehen.
Red Bull hat mit einem anderen Problem zu kämpfen. Zu viele Motoren hat Vettel heuer schon verbraucht, hat gestern im Qualifying auf den achten und letzten neuen Renault-Motor zugegriffen. Damit hat er für die letzten Rennen keinen neuen Motor mehr.
Motorenfrage
Aber genau der Motor wird die WM entscheiden. Im gestrigen Zeittraining tummelten sich sechs Piloten mit dem "Stern-Motor" im Heck unter den Top Ten, die Red Bulls mussten sich mit neun und zehn zufrieden geben. Deshalb ist Mercedes in der Formel 1 umworben. Mit McLaren nicht mehr auf du und du, ist Mercedes drauf und dran, Brawn (der neue Silberpfeil?) zu übernehmen. Auch mit Red Bull scheint man handelseins zu sein. "Wir sind mit keinem Motorenpartner verheiratet", verriet Teamchef Christian Horner. Die Unterschrift auf dem Stuttgarter Vertrag fehlt noch. "Die Entscheidung fällt in naher Zukunft." (Horner)












