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Zuletzt aktualisiert: 12.09.2009 um 11:29 UhrKommentare

Red-Bull Teamchef Christian Horner im Interview

Horner glaub weiterhin an seine beiden Piloten, Jungstar Vettel und den zuletzt strauchelnden Jenson Button.

Christian Horner

Foto © APAChristian Horner

Erstmals fährt das österreichisch-englische Team Red Bull Racing in dieser Saison ernsthaft um die Formel-1-WM. 19 Punkte fehlen Jungstar Sebastian Vettel fünf Rennen vor Schluss auf den strauchelnden Leader Jenson Button, deren 20,5 sind es bei Mark Webber. Red-Bull-Teamchef Christian Horner glaubt weiterhin an seine beiden Piloten. Mit der APA - Austria Presse Agentur sprach der 35-jährige Engländer vor dem Grand Prix von Italien über mentale Stärke, die Entwicklungen für 2010 und den Vorteil, nicht mit einem Motorenpartner verheiratet zu sein.

APA: Die WM geht in ihre entscheidende Phase. Ist es in dieserSituation leichter, einen Vorsprung zu verwalten, oder einen solchenaufholen zu müssen?

Horner: "Es ist immer leichter, der Jäger zu sein als der Gejagte.Der ganze Druck lastet auf Jenson. Das merkt man auch. Er hat in denvergangenen fünf Rennen nur elf Punkte geholt. In den ersten sechswaren es mehr als 50. Wir haben nichts zu verlieren und unsere Fahrersind extrem motiviert."

APA: Sie denken also, Ihr Team hat es immer noch selbst in der Hand?

Horner: "Es ist noch immer möglich. Wir haben bei Sebastian einkleines Handicap mit der Motorensituation. Er hat nur noch einenweiteren Motor zur Verfügung, daher müssen wir Kompromisse eingehen. Das Wichtigste ist, dass wir anhaltend im Spitzenfeld sind. Jedes Wochenende kommt jemand anderer und fährt vorne mit. Wir wollenkonstant vorne sein."

APA: KERS ist speziell hier in Monza ein großer Vorteil. Haben Sie jemals daran gedacht, es nur an diesem Wochenende einzusetzen?

Horner: "Wir haben sehr viele Simulationen durchgeführt. Leider hat das System einen negativen Effekt auf die Gewichtsverteilung und das Bremsverhalten unseres Autos. Die Rundenzeit hätte sich mit KERS nicht verbessert - auch nicht in Monza."

APA: Was erwarten Sie von den sechs KERS-Autos? Sind sie auf diesemKurs die klaren Favoriten?

Horner: "Sie werden sehr stark sein, besonders am Start. Dort ist KERS ein großer Vorteil. Es bringt bis zur ersten Kurve ungefähr 25 Meter, das ist viel. Und man kann Autos, die KERS fahren, hier nichtüberholen - nicht, wenn sie keinen Fehler machen."

APA: Brawn GP könnte sich im WM-Rennen auf einen Fahrer festlegen.Wird Red Bull bis zum Finale auf zwei Pferde setzen?

Horner: "Auch Rubens Barrichello wird so lange um die WM fahren, wiees möglich ist. Wir werden keinem unserer Fahrer diese Frage stellen,bis es mathematisch und praktisch unmöglich ist, die WM zu gewinnen.Wir unterstützen weiterhin beide gleich. Alles andere wäre gegen dieRegeln. Beide haben die Chance, Weltmeister zu werden."

APA: Welche Eigenschaften sprechen für einen Weltmeister SebastianVettel, welche für Mark Webber?

Horner: "Sebastian ist sehr schnell und sehr intelligent. Er hatbereits alle unsere Erwartungen übertroffen und verbessert sich nochimmer mit jedem Rennen. Sein einziger Nachteil ist die Erfahrung. Es ist unglaublich, dass er in seiner zweiten vollen Saison schon um dieWM fahren kann. Mark ist am Höhepunkt seiner Karriere, fährt extremstark und konstant. Wir haben eine der besten Fahrerpaarungenüberhaupt. Beide sind mental sehr stark. Das ist ihr großer Vorteilgegenüber Jenson."

APA: Gerüchteweise wird Red Bull den Motorenpartner für die kommendeSaison wechseln - von Renault zu Mercedes. Wann soll die Entscheidungspätestens fallen?

Horner: "Wir werden das in naher Zukunft entscheiden. Wir haben dievergangenen drei Jahre eine großartige Partnerschaft mit Renaultgehabt, für nächstes Jahr ist aber noch nichts fixiert. Mercedes istauch ein sehr, sehr guter Motor."

APA: Was sind die wichtigsten Faktoren bei der Entscheidung?

Horner: "Es muss der richtige Partner sein, und natürlich muss auchdie Leistung stimmen. Renault hat uns einen guten Service geliefert.Aber einer der Vorteile, ein unabhängiges Team zu sein, ist, dass wirnicht mit einem Motorenlieferanten verheiratet sind."

APA: Gibt es eine Deadline, die Sie sich gesetzt haben? Schließlichmuss auch am Auto für die nächste Saison gearbeitet werden.

Horner: "Brawn hat heuer bewiesen, dass das auch noch sehr spätgemacht werden kann. Die Motoren sind mittlerweile so ähnlich, dassuns das keine Probleme bereitet."

APA: Wie weit sind Sie mit dem Auto für 2010? Beeinflusst dieserArbeitsaufwand nicht den aktuellen WM-Kampf?

Horner: "Wir sind relativ weit. Es geht darum, die richtige Balancezu finden - zwischen der Entwicklung von diesem Jahr und dem nächstenJahr. Das Gute ist, dass das Auto des nächsten Jahres eineWeiterentwicklung des aktuellen ist. Es gibt keine radikalenRegeländerungen wie vor dieser Saison. Das ist ein großer und für unssehr wichtiger Unterschied."


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GEPA/Reuters/Fotolia

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Formel-1-Weltmeister seit 2005

2005: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2006: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2007: Kimi Räikkönen (FIN; Ferrari)
2008: Lewis Hamilton (GBR; McLaren)
2009: Jenson Button (GBR; Brawn)
2010: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2011: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2012: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)

 

Formel-1-Rekordweltmeister

Fahrer:

1. Michael Schumacher (GER)
7 WM-Titel (1994,95,2000,01,02,03,04)
2. Juan Manuel Fangio (ARG)
5 WM-Titel (1951,54,55,56,57)
3. Alain Prost (FRA)
4 WM-Titel(1985,86,89,93)

Konstrukteure

1. Ferrari
16 WM-Titel
2. Williams
9 WM-Titel
3. McLaren
8 WM-Titel

 

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