Force India erneut stark - Sutil in Monza Trainingsbester
Der 26-Jährige erzielte im Freien Training für den Grand Prix von Italien in 1:23,924 Minuten Bestzeit. Am Vormittag war Weltmeister Lewis Hamilton in 1:23,936 der Schnellste gewesen.

Foto © APAAdrian Sutil
Die Titelkandidaten in der Formel-1-WM haben sich am Freitag in den Freien Trainings zum Grand Prix von Italien in Monza in Zurückhaltung geübt. Weder die Brawn-Piloten Jenson Button und Rubens Barrichello noch deren Red-Bull-Verfolger Sebastian Vettel und Mark Webber klassierten sich am Nachmittag in den Top Ten. Tagesschnellster war etwas überraschend der Deutsche Adrian Sutil im Force India in 1:23,924 Minuten.
WM-Leader Button kam im zweiten Training nicht über Platz 19 hinaus - unmittelbar hinter Jungstar Vettel. Der Deutsche versuchte wie Webber (14.), mit möglichst wenigen Runden seinen Motor zu schonen. Für die fünf ausständigen Rennen steht den Red-Bull-Piloten jeweils nur noch ein weiteres Triebwerk zur Verfügung, haben sie doch bisher deren sieben verbraucht. "Das Training war kein Desaster, aber es gibt noch etwas zu verbessern", sagte Vettel.
Habe eine Chance
Sutil stellte mit seiner Bestzeit erneut die Konkurrenzfähigkeit von Force India unter Beweis - vor allem auf den schnellen Strecken. Auf der Geraden ist das ehemalige Nachzüglerteam am schnellsten. "Ich habe lange drauf gewartet", erinnerte Sutil. "Jetzt scheint es wirklich so zu sein, dass ich eine Chance habe." Der 26-Jährige hat bisher noch keinen einzigen WM-Punkt geholt, hat aber einen Startplatz in den ersten drei Reihen im Visier.
Sein Ex-Teamkollege Giancarlo Fisichella hatte im Ferrari als Achter am Vormittag - noch vor seinem Stallgefährten Kimi Räikkönen - ein vielversprechendes Debüt gegeben, musste sich in der zweiten Session aber mit dem letzten Platz begnügen. "Es war trotzdem ein guter Tag. Als ich in der Früh hierher gekommen bin, war ich ziemlich nervös", gestand der 36-jährige Italiener, Ersatzmann für den verletzten Vizeweltmeister Felipe Massa.
Am Vormittag war lediglich Weltmeister Lewis Hamilton in 1:23,936 unter 1:24 Minuten geblieben. Der Engländer führte das auch auf die Hybridtechnik KERS zurück, die nur sein Team McLaren-Mercedes, Ferrari und Renault verwenden. "Wir denken, dass KERS im Qualifying bis zu 0,4 Sekunden bringt", meinte Hamilton. 82 PS können KERS-Piloten auf Knopfdruck für 6,6 Sekunden pro Runde abrufen, sind damit in Monza praktisch nicht zu überholen.
Während Renault durch die Affäre um den angeblich absichtlichen Unfall von Nelson Piquet jr. im Vorjahr in Singapur weiter die Schlagzeilen bestimmt, meldete sich das Team auch auf der Strecke zurück - mit den Plätzen zwei und drei für Romain Grosjean und Fernando Alonso. "Wir haben große Hoffnungen für dieses Rennen", erklärte Alonso. Von den anhaltenden Diskussionen um sein Team will sich der Spanier nicht beunruhigen lassen.
Gleiches gilt für die Wettervorhersagen. Waren die ersten Trainings noch bei sommerlichen 28 Grad über die Bühne gegangen, so soll es am Wochenende etwas abkühlen. Die Regenwahrscheinlichkeit ist allerdings relativ gering. Im Vorjahr hatte Vettel bei strömendem Regen im Toro Rosso sensationell seinen ersten Grand-Prix-Sieg eingefahren. "Das möchte ich natürlich gerne wiederholen", erklärte der 22-Jährige, dem 19 WM-Punkte auf Button fehlen.












