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Zuletzt aktualisiert: 31.08.2009 um 13:35 UhrKommentare

Vettel glaubt nach Punktsieg in Spa weiter an WM-Titel

Fünf Rennen vor Schluss 19 Punkte Rückstand auf Button - "Es ist noch alles offen". Indien steht nach Podestplatz Kopf.

Sebastian Vettel

Foto © APASebastian Vettel

Deutschlands Formel-1-Jungstar Sebastian Vettel hat die Hoffnung auf den WM-Titel noch lange nicht aufgegeben. Das Wochenende in Belgien hat dem 22-Jährigen in die Karten gespielt, punktete er mit Platz drei doch als einziger WM-Kandidat signifikant. 19 Zähler fehlen dem Red-Bull-Piloten fünf Rennen vor Schluss auf Leader Jenson Button. "Es ist noch alles offen, die WM ist heuer ein bisschen verrückt", meinte Vettel. Denn die Topteams der ersten Saisonhälfte - Brawn GP und Red Bull - haben seit Sommer mit Problemen zu kämpfen. Dafür haben sich jene der Vorsaison - McLaren-Mercedes und Ferrari - mit jeweils einem Sieg zurückgemeldet. Für den WM-Titel kommen neben Button (72 Punkte) und Vettel (53) dennoch nur noch deren Teamkollegen Rubens Barrichello (56) und Mark Webber (51,5) infrage.

Während Button und Brawn zuletzt wiederholt Probleme mit der Reifentemperatur beklagten, machten Vettel Motorenprobleme zu schaffen. Der Deutsche hat für die ausstehenden Rennen nur noch zwei Renault-Triebwerke zur Verfügung. Zudem findet das nächste Rennen in Monza auf einer Strecke statt, die vor allem die Motoren fordert. Vettel will das mit guten Erinnerungen aufwiegen, hatte er dort doch im Vorjahr mit Toro Rosso seinen ersten Sieg gefeiert. "Ich schaue nach vorne und ich denke, dass noch alles drin ist. Wir haben bewiesen, dass wir wieder zurück sind", betonte Vettel, der in den belgischen Ardennen auch die schnellste Rennrunde gedreht hatte. "Wir sind drauf und dran, die Lücke wieder zu schließen und am Ende vorne zu stehen." Es wäre die Krönung einer Saison, die die mit Abstand beste der Red-Bull-Geschichte ist.

"Ich habe einen Traum"

Drei Siege haben Vettel und Webber bisher eingefahren, die WM ist aber das ganz große Ziel. "Seit Anfang des Jahres habe ich einen Traum. Daran glaube ich, deshalb bin ich hier", betonte Vettel. Der Deutsche profitierte in Spa vom ersten Nuller der Saison von Button, der bereits in der ersten Runde vom französischen Neuling Romain Grosjean im Renault abgeschossen wurde. Button wartet damit bereits seit fünf Rennen auf einen Podestplatz, will sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Der Engländer ist noch immer der Topfavorit auf den WM-Titel. "Ich bin positiv. Wir hoffen, dass sich das Blatt in den kommenden Rennen wieder wendet", sagte Button, der in Belgien einen Sieg der Red Bulls erwartet hätte. "Wie man sieht, sind aber auch andere Teams stark geworden. Das muss man berücksichtigen."

Die englischen Zeitungen stichelten ob der vergebenen Chance der Konkurrenz, entscheidende Punkte auf den strauchelnden WM-Leader gutzumachen. "Vielleicht kann Jenson Button die verbleibenden fünf Rennen einfach aussetzen - wie in Belgien - und den Titel mit Tee trinken, Kuchen essen und fernsehen gewinnen", schrieb etwa "The Times". "Es scheint, dass, was auch immer ihm passiert, seine Rivalen unfähig sind, davon zu profitieren."

Stattdessen fuhren sich zwei andere Gesichter zurück ins Rampenlicht - Kimi Räikkönen mit dem ersten Saisonsieg für Ferrari und Giancarlo Fisichella mit Platz zwei und den ersten WM-Punkten überhaupt für Force India. Schon in Monza könnten die beiden Teamkollegen sein, will Ferrari doch Fisichella als Ersatz für den verletzten Felipe Massa an Bord holen und damit den überforderten Reservisten Luca Badoer von seiner Bürde befreien. Eine Entscheidung könnte bereits am Dienstag fallen, wenn neue Untersuchungsergebnisse von Massa vorliegen. Force India liegt bisher zwar keine offizielle Anfrage vor, es darf aber demnächst damit gerechnet werden. Vorerst herrschte bei den Indern ohnehin die Euphorie über den ersten Podestplatz seit Übernahme des Spyker-Teams im Vorjahr vor. "Wir befinden uns in einer Art Schockzustand", meinte Teamchef Vijay Mallya. "Jede TV-Station, jeder Sender - alle in Indien drehen völlig durch."


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GEPA/Reuters/Fotolia

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Formel-1-Weltmeister seit 2005

2005: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2006: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2007: Kimi Räikkönen (FIN; Ferrari)
2008: Lewis Hamilton (GBR; McLaren)
2009: Jenson Button (GBR; Brawn)
2010: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2011: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2012: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)

 

Formel-1-Rekordweltmeister

Fahrer:

1. Michael Schumacher (GER)
7 WM-Titel (1994,95,2000,01,02,03,04)
2. Juan Manuel Fangio (ARG)
5 WM-Titel (1951,54,55,56,57)
3. Alain Prost (FRA)
4 WM-Titel(1985,86,89,93)

Konstrukteure

1. Ferrari
16 WM-Titel
2. Williams
9 WM-Titel
3. McLaren
8 WM-Titel

 

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