Massa: "Der Unfall hat mein Leben nicht verändert"
Felipe Massa fühlt sich recht wohl und möchte bald wieder zurück ins Ferrari-Cockpit, spätestens beim Heim-GP in Sao Paulo am 18. Oktober.

Foto © APAFelipe Massa will spätestens in seinem Heimrennen wieder dabei sein
Lange Zeit redeten und spekulierten nach seinem schweren Unfall in Ungarn vor allem andere über ihn, ließ auch Ferrari nur ein selbstproduziertes Interview-Video an die Öffentlichkeit gelangen. Jetzt meldete sich Felipe Massa aber selbst zu Wort - in Sao Paulo sprach er in seinem ersten großen Interview 40 Minuten lang über seine Erfahrungen nach dem Crash - aber vor allem auch darüber, dass er so schnell wie möglich wieder zurück ins Cockpit seines Ferrari will und auch überzeugt ist, das noch in diesem Jahr zu schaffen. Anfang September steht die nächste Computertomographie auf dem Progamm "und wenn die Ergebnisse da so wie erhofft sind, dann kann ich anschließend nach Paris fliegen und dort bei den FIA-Ärzten die Untersuchungen und Tests machen, die ich brauche, um wieder fahren zu dürfen."
Dass er auf jeden Fall bei seinem Heimrennen in Interlagos am 18. Oktober wieder dabei sein will, daraus macht er keinen Hehl. Derzeit fühle er sich sehr, sehr wohl, aber noch nicht hundertprozentig wieder fit. "Ich glaube, ich hätte noch Probleme mit den Vibrationen im Auto und ich spüre auch die Narbe an der Stirn noch."
Sehkraft verbessert sich
Fitnesstraining darf er im Moment noch keines betreiben, "die Ärzte sagen mir, dass der Heilungsprozess am schnellsten geht, wenn ich Ruhe halte." Noch sieht er auf dem linken Auge nicht 100-prozentig, was aber auf die Schwellungen um das Auge herum zurückzuführen ist und sich rapide bessert: "Ganz am Anfang waren es 40 Prozent, dann 80 - letzte Woche hatte ich wieder eine Untersuchung, da waren es 95."
Was der Brasilianer immer wieder betont: "Ich habe mich durch den Unfall überhaupt nicht verändert, meine Denkweise, meine Art, Dinge anzugehen, das ist alles völlig gleichgeblieben. Was auch meine Eltern und meine Frau Rafaella bestätigen." Was dabei vielleicht hilft, ist, dass er sich an den Unfall überhaupt nicht erinnern kann. Auch nicht an die Untersuchungen im Medical Center. "Man hat mir erzählt, dass ich da sehr aufgeregt war, auch um mich geschlagen habe - aber ich weiß nichts mehr davon. Meine Erinnerung setzt erst wieder ein, als ich dann im Krankenhaus langsam wieder aufgewacht bin."
Massa drückt die Daumen
Den Kontakt zur Formel 1 hat er nie verloren, nicht erst, seitdem ihn Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali vergangenes Wochenende für einen Tag in Sao Paulo besuchte. Mit Michael Schumacher, der bei ihm in der Klinik in Budapest vorbeischaute, unterhielt er sich lange: "Er hat mir von seinem Test in dem 2007er Ferrari erzählt, dass er gerade auf den Bodenwellen ziemliche Schmerzen hatte und auch, dass er da gewisse Probleme mit dem Sehen bekam. Er hat da schon gesagt, dass er ziemlich besorgt sei." Für Ferrari drückt er die Daumen, mehr könne er nicht tun.












