FIA-Boss Mosley droht "F1-Rebellen" im Budgetstreit
Ferrari muss sich vor der gerichtlichen Entscheidung im Regelstreit der Formel 1 in Geduld üben. Lewis Hamilton kokettiert mit anderen Rennserien.

Foto © GEPAMax Mosley
Die Pariser
Richter werden zwar am Dienstag bei einer Anhörung die Argumente der
Scuderia im Disput mit dem Internationalen Automobilverband (FIA)
prüfen, ihr Urteil aber erst einige Tage später bekanntgeben. Im Streit um die neuen
Formel-1-Regeln hat Automobil-Weltverbandschef Max Mosley die
rebellierenden Teams davor gewarnt, die Anmeldefrist für die kommende
Saison verstreichen zu lassen. Sollten die Rennställe nicht bis zum
29. Mai für die WM 2010 nennen, könnten die Startplätze an
Neueinsteiger vergeben werden, drohte Mosley in einem Interview des
Fachmagazins "Autosport".
Kein Platz. "Wenn es keinen freien Platz mehr gibt, dann können sie auch
keinen bekommen", sagte der FIA-Präsident. Wegen des Konflikts um die
geplante Budgetgrenze für 2010 rechne er derzeit damit, dass sich nur
"drei bis sechs" der etablierten Teams anmelden.
Interesse vorhanden. Ferrari, Renault, Toyota, Multi-Milliardär Dietrich Mateschitz als
Besitzer von Red Bull und Toro Rosso sowie auch BMW wollen unter den
künftig gültigen Bedingungen keine Nennung abgeben. Dagegen hat
mindestens ein halbes Dutzend Teams aus anderen Rennserien Interesse
an einem Einstieg in die Formel 1 signalisiert, wenn das von der FIA
beschlossene optionale Etatlimit von rund 40 Millionen Pfund (45,3
Mio. Euro) umgesetzt wird.
Verfügung. Vor allem die technischen Vorteile, mit der die Einhaltung der
Ausgabengrenze belohnt wird, reizen die Formel-1-Anwärter. Ferrari
will gegen dieses Reglement am Dienstag bei einem Pariser
Gericht eine Einstweilige Verfügung erwirken und damit auch die
Terminfrist verlängern.
Verhärtete Fronten. Trotz der im Moment verhärteten Fronten rechnet Mosley aber mit
einer baldigen Lösung des Disputs. "Wenn sich die Leute hinsetzen und
darüber nachdenken, wird der gesunde Menschenverstand siegen. Was ist
denn daran verkehrt, dass alle das gleiche Ausgabenlimit haben und
die Leistung von der Geschicklichkeit der Ingenieure abhängt? Das
reizt sehr viele Leute - und es ist fair", erklärte der FIA-Chef.
Entscheidung bald. Ohnehin müsste die Protest-Fraktion "ziemlich bald" über ihre
Zukunft entscheiden. "Wenn sie weiter Formel-1-Rennen fahren wollen,
können wir reden. Wenn sie gehen und etwas anderes machen wollen,
dann müssen sie anfangen, dafür ein Auto zu bauen", betonte Mosley.












