Ein buntes Schaufenster der Ideen
24 Stunden von Le Mans. Das aufregende Langstrecken-Rennen der Welt ist auch Bühne für brillante Technologie-Ideen. Die großen Hersteller zeigen, was alles möglich ist.

Foto © ToyotaDer schnellste Toyota im Qualifying war die Nummer acht mit Davidsson, Buemi und Sarrazin
Das schnellste Testlabor, ein Grand Prix für Technologien der Zukunft. All diese Attribute treffen auch auf die 24 Stunden von Le Mans zu. Und noch nie waren derart unterschiedliche Rennsport-Konzepte im Ausdauer-Test unterwegs, wie bei der 80. Auflage des Klassikers, der heute um 15 Uhr gestartet wird.
Audi. Die Ingolstädter setzen auf zwei unterschiedliche Systeme. Zum einen der Audi R18 E-Tron quattro. Ein etwas umständlicher Begriff, in dem aber viel Ingenieurskunst steckt. Ein "Hybrid" der die beim Bremsen gewonnen Energie speichert und an ein Schwungrad, das sich mit bis zu 45.000 Umdrehungen in der Minute dreht, weitergibt. 200 zusätzliche PS werden generiert, verteilt auf die Vorderachse, der E-Tron mutiert vom Hecktriebler so zum Allrad-Auto. Audi setzt aber auch eine "Ultra"-Version der R18 ein, eine extreme Leichtbau-Version des Vorjahressieger-Wagens. Obwohl diese Konzepte besonders differenziert klingen, haben sie mehr Gemeinsamkeiten als man annehmen möchte. Und ausgerechnet beide Versionen stehen heute in der ersten Reihe nebeneinander.
Toyota: Die Japaner vertrauen bei ihrem Le-Mans-Einstand ebenfalls auf ein Hybrid-Konzept. Aber mit Benzinmotor statt Diesel und nur mit Heckantrieb. "Allrad wäre möglich, aber Toyota will beim Debüt technisch nicht allzu viel riskieren. Wir müssen ins Ziel kommen, um so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln", meinte Alexander Wurz.
Nissan: Das skurrilste Auto ist der Nissan Delta Wing, ein rasender Flügel. Die Idee dahinter: Das Auto ist halb so groß wie die Konkurrenz, verbraucht halb so viel Benzin, hat nur einen 1,6-Liter-Turbomotor, hat aber immerhin 300 PS und ist mit seinen 575 Kilogramm fast gleich schnell wie die kleine Le-Mans-Prototypen Klasse LMP2. Vorne gibt es nur zwei winzige Räder und weil der Delta Wing in kein Reglement passte, starten Franchitti & Krumm mit der Nummer Null, von Platz 29. Startplatz aus.
Features
Fakten
Startaufstellung:
1. Reihe: Lotterer/Fässler/Treluyer (Audi R18 E-Tron quattro) 3:23,787 und Gene/Dumas/Duval (Audi R18 Ultra) 3:24,078
2. Reihe: Davidson/Buemi/Sarrazin (Toyota Hybrid) 3:24,842 und McNish/Capello/Kristensen (Audi E-Tron) 3:25,433
3. Reihe: Wurz/Lapierre/Nakajima (Toyota Hybrid) 3:25,488 und Jarvis/Bonanomi/Rockenfeller (Audi Ultra)
Weiters: 12. Kraihamer (OAK Pescarolo-Judd), 44. Lietz (Porsche 911 RSR)
TV: ORF ab 14.40 live, (weitere Einstiege: 18.25, 23.20, 1.45 Uhr), Eurosport überträgt 24 Stunden lang, alternierend auf Eurosport und Eurosport 2














