Susie Wolff an ihrem Arbeitsplatz
Die "halbe" Österreicherin Susie Wolff (29) ist eine von zwei Frauen im DTM-Tourenwagen. Die Kleine Zeitung wirft mit ihr einen Blick in ihr "Arbeitszimmer".

Foto © GEPASusie Wolff
Susie Wolff, zuvor Stoddart, ehe sie im Vorjahr den Mitbesitzer des Formel-1-Rennstalls Williams, den Wiener Toto Wolff, heiratete, ist nicht nur eine bildhübsche, sondern auch eine zierliche Person. Auf das fast handtellergroße und speziell beschichtete Bremspedal eines DTM-Tourenwagen muss sie vermutlich mit beiden Füßen treten. "Nein, nein" sagt Wolff lachend. "Aber du brauchst ziemlich viel Kraft. Bis zu 100 bar."
Auf Knopfdruck
Im Fitnessstudio trainiert Susie Wolff ihre Beine. Seit drei Jahren bremst sie links. Das heißt, der rechte Fuß bleibt auf dem Gas, der linke tippt zwischen Kupplung und Bremse hin und her. "Es sind die entscheidenden Hundertstel", sagt Wolff. Von Tempo 200 auf nahezu null bremst sie ihr Rennauto innerhalb von dreieinhalb Sekunden herunter. Die maximale Verzögerung beträgt dabei bis zu 2 g.
Mit einem Handgriff zieht Susie Wolff ihr Lenkrad ab. Im Vergleich zum einer PlayStation ähnlichen Gebilde eines Formel-1-Autos wirkt es geradezu simpel. Dennoch, auch Susie Wolff hat damit alle Hände voll zu tun.
Per gelbem Knopf links oben funkt sie mit ihren Ingenieuren. Darunter wird das Getränkesystem aktiviert, ein Druck auf den grünen Knopf und das Getriebe springt in den Leerlauf. Links neben dem Mercedes-Stern wird der Scheibenwischer in drei Stufen reguliert. Von rechts oben nach unten werden der so genannte "Speed Limiter" für die Boxengasse (80 km/h) abgerufen, der Motor gestartet, die Bremsen gekühlt und das Elektronik-System einem Computer ähnlich neu gestartet.
Jugendtraum
Die Mittelkonsole ist eine Art Schaltpult für alles mögliche elektronische Klimbim. "Aber da greifen ich während des Fahrens nicht viel an", sagt Wolff. Sehr wohl aber zappt sie auf einem kleinen Bildschirm hinter dem Lenkrad zwischen sechs verschiedenen Display-Seiten herum. Von der Bremsbalance über Wasser- und Öltemperatur bis zu den exakten Rundenzeiten aller Autos lässt sich dort alles mögliche abrufen.
Wie eine Sauna
Und das bei 200 "Sachen" und mehr, in einem Cockpit, in dem es stickig und alles andere als komfortabel ist. Zurren ihre Mechaniker die Sitzgurte fest, bleibt Susie Wolff jedes Mal die Luft weg. Und nach wenigen Kilometern hat es, je nach Wetterlage, drinnen im Auto bis zu 70 Grad. "Es könnte für uns ziemlich heiß werden am Sonntag", sagt Wolff.
Features
Fotoserie
Porsche Carrera Cup Deutschland
Norbert Siedler hat am Samstag das Rennen zum "Porsche Carrera Cup Deutschland" auf dem Red Bull Ring in Spielberg gewonnen und damit einen Heimsieg gelandet. Klaus Bachler wurde Dritter. Der siebente Lauf der Serie geht am Sonntag in Szene.














