Rossis "rotes Ross" ist kein Rennpferd
Am Sonntag fährt Valentino Rossi in Jerez seinen 200. Grand Prix in der Königsklasse. Und wenn kein Wunder passiert, fährt er weit hinterher.

Foto © APRossi 2012: auf der Suche nach der richtigen Einstellung der Ducati
Zu einem Jubiläum wünscht sich jeder schönes Wetter. Nur Valentino Rossi nicht. In Jerez fährt der "Doctor" seinen 200. Grand Prix in der Königsklasse (500 ccm und MotoGP). Wenn es nicht regnet, ist der neunfache Weltmeister aber chancenlos. "Bei Regen hat die Ducati schon immer gut funktioniert", sagt Rossi. Im Freitagstraining war die Strecke nass und Rossi Dritter. Im Qualifying war es trocken und Rossi schaffte es nur auf Rang 13. Auf einer Strecke, auf der der Italiener acht Mal gewonnen hat.
Auch im zweiten Rossi-Jahr bei Ducati ist das "rote Ross" ein störrischer Gaul und kein elegantes Rennpferd. "Die Maschine ist auf jeder Strecke unfahrbar", sagt der 33-Jährige, der einst auch Yamaha aus dem Nichts in seinem ersten Jahr zum Weltmeistertitel geführt hatte. Nach dem Auftakt in Katar war Rossi stinksauer. Es folgte eine Aussprache mit den Mechanikern. "Seit einem Jahr versuchen wir die gleichen Probleme zu lösen - ohne Erfolg."
Dennoch will der Ausnahmekönner Ducati nicht den Rücken kehren. "Daran denke ich überhaupt nicht. Wir gehen weiter und versuchen das Beste herauszuholen." Sprich einen Platz zwischen fünf und acht. Sehr wenig für einen, der in der Königsklasse 79 von 199 Rennen gewonnen hat. Das letzte Mal aber vor eineinhalb Jahren in Malaysia.
Da ist es ein schwacher Trost, wenn er als erst dritter Fahrer nach Alex Barros und Loris Capirossi die 200er-Marke knackt und der einzige Fahrer ist, der in der 500er- und der MotoGP-Klasse Weltmeister geworden ist. "Ich erwarte mir nicht viel", sagt Rossi vor dem Rennen. Ein Strohhalm bleibt die Übernahme von Ducati durch Audi. Denn deren Slogan lautet: Vorsprung durch Technik.













