Länger als nur 24 Stunden
Alexander Wurz (37), Österreichs früherer Formel-1-Star, fährt in den nächsten drei Jahren für Toyota die "24 Stunden von Le Mans" und will den Titel in der neue Sportwagen-WM.

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Sie haben erst unlängst gemeint, noch mit allen drei Herstellern (Audi, Peugeot und Toyota, Anm.) zu verhandeln. Was hat jetzt für Toyota den Ausschlag gegeben?
ALEXANDER WURZ: Ich habe immer gesagt, dass es für mich auf die kleinen, feinen Details ankommt. Details, auf die vor allem in der Formel 1 akribisch Wert gelegt wird. Toyota war viele Jahre in der Formel 1, muss also wissen, wie es geht. Toyota hat als größter Automobilhersteller der Welt einen Vorsprung im Betriebsbereich. Und zudem hat Toyota vom Windkanal angefangen alles im Haus, kann schneller reagieren. Ein großer Vorteil.
Aber wollten Sie nicht jenes Auto fahren, in dem Sie die größten Chancen auf den WM-Titel haben? Gibt Ihnen Toyota hier eine Garantie?
WURZ: Grundsätzlich will ich bei den Sportwagen Weltmeister werden, ja, das ist mein Ziel. Ich muss das Vorhaben allerdings etwas nachjustieren. Peugeot hat neun der letzten zehn Sportwagenrennen gewonnen. Dort war ich sicherlich im Team mit dem schnellsten Auto. Fragt sich, ob schnell alleine genügt?
Worauf kommt es dann an?
WURZ: Zum Beispiel darauf, wohin die Reise für einen Rennstall geht. Ich wollte über die 24 Stunden in Le Mans im Juni 2012 hinaus denken.
Sprich, nicht Weltmeister zu werden, kalkulieren Sie zumindest fürs erste Jahr ein?
WURZ: Ja, das nehme ich in Kauf. Ich habe mittelfristig gedacht, für zwei, drei Jahre.
Das heißt, es wird Ihr letzter Vertrag als Rennfahrer sein?
WURZ (fragend): Warum das? Wie kommen Sie darauf?
Haben Sie nicht auch gesagt, zwischen zwei und vier Jahre fahren Sie noch Rennen?
WURZ: Ich glaube, so genau sollte man das nicht eingrenzen. Ich stelle mir derzeit die Frage, wie lange ich noch fahren werde, auch gar nicht. So lange ich vom Kopf und vom Feuer, das in mir brennt, die Möglichkeit habe, zu fahren, so lange werde ich auch fahren. Alles weitere überlege ich mir, wenn es so weit ist.
Aber Sie haben keine Art "Schumacher-Syndrom", dass Sie nicht aufhören können?
WURZ (lacht): Nein, nein, keine Sorge. Sobald ich merke, dass ich nicht mehr 100 Prozent bringen kann, ist ganz schnell Schluss. Selbst wenn es nur noch 99,99 Prozent sein sollten. Das habe ich auch vor ein paar Jahren in der Formel 1 so gemacht.
Zuletzt ist es nach langer Zeit wieder zu sehr tragischen Unfällen gekommen (Dan Wheldon, Marco Simoncelli, Anm.). Hat sich der Motorsport womöglich schon wieder zu sicher gefühlt? Wie stehen Sie dazu?
WURZ: Eigentlich sehr pragmatisch. Ich stelle mich der Gefahr und dem Risiko meines Berufs sehr offen. Ich versuche diesbezüglich überhaupt nichts zu verdrängen. In jedem Auto, auf jedem Motorrad, wo Mensch und Material am Limit bewegt werden, ist ein relativ hohes Risiko im Spiel. Auch wenn statistisch gesehen jedes noch so schnelle Rennauto viel sicherer ist, als der tägliche Straßenverkehr.














