Gnadenlos und schmerzfrei zum Titel
Der Australier Casey Stoner krönte sich im heimatlichen Phillip Island zum zweiten Mal zum Weltmeister auf dem Zweirad. Mit einem Sieg. Und weil Jorge Lorenzo stürzte.

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Sie gelten schlechthin als die Schmerzfreien. Die ganz extrem Waghalsigen des Motorsports, die den Fuß hinausstellen beim Anbremsen, mit dem Knie über den Asphalt scheuern, um die Balance in der Schräglage besser zu halten. Und dann gibt es noch einen Casey Stoner. Seit Sonntag zum zweiten Mal Weltmeister in der MotoGP-Klasse. Das Verwunderliche oder Bewundernswerte dabei: Der 26-jährige Australier sieht gar nicht so aus als kenne er keine Gnade. Stoner ist zumindest äußerlich ein Kind geblieben, mit wenig Bartansatz im Gesicht, mit leiser Stimme kommentiert er seine Darbietungen.
Zum neuen Helden der Branche wurde "Rolling Stoner" 2007 erhoben. Als er keinen Geringeren als Valentino Rossi im WM-Kampf distanzierte. Ausgerechnet auf der Ducati, die den "Dottore" heuer ob ihrer geringen Bodenhaftung zur Weißglut bringt.
Bekannt sind längst die Eckdaten des Lebenslaufs von Stoner. Die Eltern nahmen ihn mit sechs Jahren aus der Schule, wie Nomaden reiste man von Rennen zu Rennen. Vater Colin wie Mutter Bronwyn glaubten eben an das außergewöhnliche Talent, das da heranwuchs. Die kleine Farm in Australien wurde verkauft, um nach Großbritannien auswandern zu können. Der eingeschlagene Weg wurde nicht mehr verlassen, bis hinauf in die MotoGP-Klasse, bis zum zweiten Weltmeistertitel.
Den er gestern beim Heim-GP in Phillip Island gewinnen konnte. Mit einem souveränen Sieg. Und freilich vorzeitig auch, weil sein größter Widersacher Jorge Lorenzo im Warm-up schwer stürzte. Zuerst hieß es, dass der Spanier dabei sogar einen Finger verloren hätte, aber er war nur schwer, schwer verletzt. Eine Operation war sofort notwendig . . .
Features
ZUR PERSON
Casey Stoner
Geboren: 16. Oktober 1985 in Southport (Australien)
Familienstand: Verheiratet mit Adriana
Team: Repsol Honda Team
Größte Erfolge: MotoGP-Weltmeister 2007 (Ducati) und 2011.
Karriere: GP-Debüt 2001 in Großbritannien (125 ccm), erster GP-Sieg in Valencia 2003 (125 ccm), 39 GP-Siege (32 in der MotoGP-Klasse), 78 Podestplätze, 37 Pole-Positions.













