Die Frage nach Sinn & Unsinn
Den dritten Sieg vor Augen, demolierte Alexander Wurz den Peugeot und kam nur auf Platz 4. Aber er kommt nach Le Mans zurück. Ohne Wenn und ohne Aber.

Foto © APAAlex Wurz will wieder nach Le Mans
Ihr Teamchef hat gemeint, ein derartiger Ausrutscher dürfe normalerweise nicht passieren. Sehen Sie das auch so?
ALEXANDER WURZ: Was darf in so einem Rennen schon passieren? Natürlich ärgere ich mich selbst genug. Aber es war so abgesprochen. Ich habe bewusst das Risiko genommen, weil wir gesagt haben, uns interessiert nur der Sieg, sonst gar nichts. Was meinen Fehler allerdings nicht entschuldigt.
Weil in Le Mans nur der Sieg etwas wert ist?
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Wenn du Zweiter wirst, ist das schön für alle Insider. Aber im Geschichtsbuch steht nur der Erste.
WURZ: Ganz genau. Ähnlich wie bei der Tour de France. Wenn du Zweiter wirst, ist das schön für alle Insider. Aber im Geschichtsbuch steht nur der Erste.
Können Sie erklären, was genau passiert ist?
WURZ: Da gibt es nicht viel zu erklären. Wir waren in einem Pulk von vier Autos. Ein Audi, drei Peugeot. Alle innerhalb von fünf Sekunden. Ich war Dritter, hatte aber alte Reifen. Und trotzdem habe ich mich verleiten lassen, übers Limit zu gehen. Und dann ist mir in einer Kurve das Talent ausgegangen (lacht). Ich habe einfach zu viel gepusht.
Das Auto war demoliert?
WURZ: Nichts Schlimmes. Die Verkleidung, auf einer Seite die Aufhängung. Aber vier Runden waren halt schnell weg.
Mit etwas Abstand, Hand aufs Herz, hätten Sie ohne den Unfall das Rennen gewonnen?
WURZ: Das kann man so nicht sagen. Aber ich war in Schlagweite zum Sieg. Ich bin jetzt fünf Mal in Le Mans gestartet und bin jedes Mal um den Sieg mitgefahren.
Die beiden schweren Unfälle, stellen sie nicht wieder die Frage von Sinn und Unsinn eines Rennens wie Le Mans?
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Bei über 300 km/h wird viel kinetische Energie frei.
WURZ: Die beiden Unfälle lassen sich ja nicht einmal vergleichen. Beim ersten war der Pilot weniger in Gefahr, als die Menschen rundherum. Das wäre eine richtige Katastrophe gewesen. Der zweite war höchste Gefahrenstufe für den Piloten. Bei über 300 km/h wird derart viel kinetische Energie frei ...
Sie persönlich stellen sich auch nicht die Sinnfrage?
WURZ: Nein. Le Mans ist sehr gefährlich, alleine schon wegen der hohen Geschwindigkeit. Aber das muss man akzeptieren und mit entsprechendem Respekt an die Sache heran gehen.
Das heißt, Sie werden auch nächstes Jahr wieder in Le Mans am Start stehen?
WURZ (überlegt keine Sekunde): Mit Sicherheit.
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Endergebnis
24 Stunden Le Mans: 1. Audi
(Treluyer, Lotterer, Fässler) 355 Runden,
2. Peugeot (Bourdais, Pagenaud, Lamy) +13,85,
3. Peugeot (Sarrazin, Montagny, Minassian) +2 Runden,
4. Peugeut (Wurz, Gené, Davidson) +4 Runden. -
GTE-Pro: 4. Porsche (u. a. Lietz) +47 Runden.














