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Zuletzt aktualisiert: 10.06.2011 um 19:29 UhrKommentare

"Le Mans gewinnt man nicht, Le Mans lässt gewinnen"

Wurz ist noch immer der jüngste Sieger in der Geschichte von Le Mans. Ab Samstag ist der Österreicher hinter seinem dritten Sieg her. Er ist aber nicht einziger Favorit.

Alexander Wurz

Foto © GEPAAlexander Wurz

Vor ziemlich genau einem Jahr war bei Peugeot die ganze Welt von Le Mans zusammengebrochen. Sportchef Olivier Quesnel heulte an der Boxenmauer wie ein kleines Kind. Hinter der Garage lagen sich die Mechaniker schluchzend in den Armen. Und Alexander Wurz brachte kaum ein Wort heraus. Er war gerade das Rennen seines Lebens gefahren, hatte das Auto mit einer schnellsten Runde nach der anderen um den Kurs geprügelt. "Wir hätten sogar noch gewinnen können", sagte Wurz. Aber sein Motor hat den Geist aufgegeben. Keiner der Peugeot hat die Zielflagge gesehen . . .

Viel Ehrfurcht

Als Alexander Wurz 1996 zum ersten Mal in Le Mans gewonnen hat, war er gerade 22 Jahre. Damit ist er noch immer der jüngste Sieger der Geschichte. Und als er vor zwei Jahren mit Peugeot seinen zweiten Sieg feierte, ist er so richtig auf den Geschmack gekommen. "Le Mans gewinnt man nicht. Le Mans lässt gewinnen", sagt Wurz ehrfürchtig.

Der inzwischen 37-jährige Österreicher mit Wohnsitz Monaco ordnet sein ganzes Jahr jenen 24 Stunden unter, die am Nachmittag wieder gestartet und von einer überdimensionalen Rolex-Uhr bei Start & Ziel bis zur letzten Sekunden herunter gezählt werden. "Die Erwartungen sind sehr, sehr hoch", sagt Wurz. "Weil ich in einem Auto sitze, mit dem ich gewinnen kann." Ein Weg, ein Ziel. "Das Auto muss schnell und standfest, das Team muss zu dritt schneller und cleverer als die anderen sein."

Im Qualifying war Audi, vergangenes Jahr Dreifachsieger, schneller als Peugeot. Alexander Wurz steht nur in der dritten Startreihe. "Aber der Startplatz entscheidet Le Mans nicht", sagt Wurz. "Man muss einfach Ruhe bewahren." So wie bei der Generalprobe, dem 1000-km-Klassiker in Spa. Auch dort war Audi schneller. Gewonnen haben aber Peugeot und Alex Wurz.

Ein Ritterschlag

Aus Sicherheitsgründen wurden die Leistungen der Autos heuer um ein Viertel, um rund 200 PS reduziert. Der Rennschnitt in Le Mans lag deutlich über dem schnellsten Formel-1-Rennen, die Fliehkräfte in den Cockpits waren weit größer geworden als in der Formel 1. Am Rennen, am 24 Stunden langen Weg zum Ziel, ändere das laut Wurz aber überhaupt nichts. "Ein Sieg in Le Mans ist und bleibt mit nicht viel vergleichbar. Es ist für einen Rennfahrer noch immer so etwas wie ein Ritterschlag."

GERALD POTOTSCHNIG

Fakten:

Le Mans im TV. Start ist am Samstag um 15 Uhr, Ziel 24 Stunden später am Pfingstsonntag. Eurosport und ORF eins übertragen vom Start weg live bzw. bringen regel- mäßig Live-Einblendungen.

Die Österreicher. Neben Alexander Wurz (Peugeot) startet in der Top-Kategorie, der so genannten LMP 1, auch Christian Klien (Aston Martin) mit dem Briten Darren Turner und Stefan Mücke aus Deutschland. In der LMP2 gibt Dominik Kraihammer (Oreca-Nissan) sein Le-Mans-Debüt. Der Niederösterreicher Richard Lietz startet mit einem Porsche 911 in der GT-Pro-Klasse, Horst Felbermayr sen. und jr. fahren in einem Porsche in der GT2.

Qualifying. Zwei Audi stehen in der ersten Startreihe: Bestzeit fuhr das Trio Fässler, Lotterer und Treluyer - 3:25,738. Platz zwei für die Vorjahressieger Bernhard, Dumas & Rockenfeller mit 0,061 Sekunden Rückstand. Auf Platz drei und vier stehen zwei Peugeot. Das Peugeot-Trio mit Wurz, Gené & Davidson steht mit 0,634 Sekunden Rückstand auf Startplatz sechs.

Der Rekord. Fast 40 Jahre lang hielten Helmut Marko und sein holländischer Partner Gijs van Lennep (Porsche) mit 5335,313 km bei ihrem Sieg 1971 den Rekord, er galt nach Einbau der zwei Schikanen in der der Hunaudieres-Geraden als unschlagbar. Im Vorjahr übertrafen ihn alle drei erstplatzierten Audi, das Siegertrio legte dabei 5410,713 km zurück.

Rundenrekorde. Die schnellste je gefahrene Qualifying-Runde verbuchte Hans-Joachim Stuck 1985 im Porsche 962. Er spulte die damals 13,626 km in 3:14,8 Minuten ab, das ergab einen Schnitt von 251,815 km/h.Im Rennen 1988 fuhr Roger Dorchy 405 km/h - bis heute war niemand mehr so schnell.

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GEPA/Reuters/Fotolia

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Formel-1-Weltmeister seit 2005

2005: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2006: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2007: Kimi Räikkönen (FIN; Ferrari)
2008: Lewis Hamilton (GBR; McLaren)
2009: Jenson Button (GBR; Brawn)
2010: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2011: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2012: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)

 

Formel-1-Rekordweltmeister

Fahrer:

1. Michael Schumacher (GER)
7 WM-Titel (1994,95,2000,01,02,03,04)
2. Juan Manuel Fangio (ARG)
5 WM-Titel (1951,54,55,56,57)
3. Alain Prost (FRA)
4 WM-Titel(1985,86,89,93)

Konstrukteure

1. Ferrari
16 WM-Titel
2. Williams
9 WM-Titel
3. McLaren
8 WM-Titel

 

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