Arch: "Wir wollen das 'Ferrari-Team' des Air Race sein"
"Die Grundeinstellung, um erfolgreich zu sein, ist anzunehmen, dass der andere schlauer ist als Du" - so bringt Red Bull Air Race-Pilot Hannes Arch (42) seine Karriere-Philosophie auf den Punkt.

Foto © APHannes Arch
Und daher steckt er auch all sein Engagement nicht nur in das pilotieren seiner Rennmaschine, sondern in die stetige Weiterentwicklung seiner "luftigen" Operation insgesamt: "Wir sind mittlerweile das Trendsetter-Team - und wir wollen ganz in diesem Sinn sozusagen das 'Ferrari-Team' des Air Race sein", so Arch im Journalistengespräch im tief verschneiten Obertauern rund eineinhalb Wochen vor dem Saisonstart im glutheißen Abu Dhabi.
Wobei die Analogien zur Formel 1 - nicht nur wegen Red Bull - einerseits auf der Hand liegen, andererseits aber vor allem in Sachen Geld einigermaßen weit hergeholt sind: Die neue Rennmaschine des Hannes Arch kostet alles in allem rund 600.000 US-Dollar, sein fixes Team besteht aus "zweieinhalb" Leuten. "Ich bin ja nicht nur Pilot, sondern gleichzeitig auch Team-Principal, also Gesamtverantwortlicher und muss vor allem auch schauen, wo das Geld herkommt", so der geborene Leobener. "Der Vettel bekommt dagegen seine Gage und braucht sich um nichts anderes als das Rennfahren kümmern."
Konzentration
Das bedeutet im Falle Arch daher, dass der Stress in der Off-Season höher ist als während der Rennserie selbst: "Ich muss ja auch die Sponsoren auftreiben, mich um die neue Maschine kümmern, Pressertermine machen etc. - wenn's jetzt dann endlich losgeht, brauch' ich mich dagegen 'nur mehr' auf's Fliegen konzentrieren", schildert der Steirer, der aber mit seinem "Schicksal" sehr zufrieden ist: "Ich kann gut leben davon - aber ich bin auch weit entfernt von einem privaten Heli oder gar Jet." Wie trainiert eigentlich ein Air Race-Pilot? - es gibt ja keine "Teststrecke", wie etwa beim Autorennsport. Arch: "Erstens fliegst Du viele Tests für den Flugzeug-Hersteller bei der Entwicklung einer neuen Maschine, das geht sozusagen Hand in Hand. Und ansonsten kann man nur durch frei fliegen trainieren, eben weil es keinen 'Kurs' gibt. Ich trainiere vor allem eine hohe G-Belastung (Fliehkraft, Anm.) und typische Air Race-Kurven auch ohne die Pylonen."
Ausgleich findet der Pilot vor allem in den heimischen Bergen mit Klettern und Bergsteigen - und in Hawaii, "wo ich mal verheiratet war", schmunzelt Arch. "Nach dem Ende der Saison 2009 bin ich direkt nach Hawaii geflogen zum Abschalten, hab' dann aber ganze 14 Tage gebraucht, um wirklich gedanklich 'weg' zu sein, so ausgelaugt war ich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch." Auch deshalb will er es heuer "gemächlicher" angehen, was aus dem Mund eines Air Race-Piloten allerdings doch eher relativ aufzufassen sein dürfte: "Ich muss einfach mehr auf Ruhe und Qualität achten - denn würd' ich so extrem weitermachen wie im Vorjahr, dann fahr' ich das ganze Projekt und damit das Team irgendwann mal gegen die Wand."
Erstmals steht heuer übrigens New York auf dem Rennkalender der Red Bull Air Race-Serie - Hannes Arch, trocken: "Natürlich freu' ich mich drauf, weil es was Neues ist. Aber eigentlich ist es mir irgendwie auch wurscht: Denn in der Realität werde ich auch dort bloß zwischen dem Hotel, der Rennstrecke und Presseterminen pendeln..."













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