Arch: "Sind den anderen einen Schritt voraus"
Hannes Arch will sich heuer den WM-Titel im Air-Race wieder zurück holen. Und schon in der Wüste von Abu Dhabi kühlen Kopf bewahren.

Foto © APAHannes Arch
Hannes Arch liebt Extreme. Zumindest im Sport. Und auch wenn er lässig an der Bar des Hotels Edelweiss in Obertauern sitzt, er überlässt ungern etwas dem Zufall, wenn es um seine Profession geht: Fliegen. Extremer, schneller und besser als jeder andere auf der Welt, wenige Meter über dem Boden durch Tore. 2008 war der Steirer schon Weltmeister der Red-Bull-Air-Race-Serie, der Formel 1 der Lüfte, wie sie gern genannt wird. 2009 musste er diesen Titel wieder abgeben. Gefreut hat ihn das gar nicht.
"Die Situaion war speziell und kann auch nicht trainiert werden. Denn du bist Weltmeister und bist Favorit – und das erzeugt Stress", sagt Arch, dessen Prämisse klar lautet: Aus Fehlern lernen. Und weil 2009 "einige Fehler passiert sind", hat er in der Vorbereitung einiges umgestellt. "Und ich denke, dass ich heuer gut gerüstet bin." Gerüstet, um sich den WM-Titel wieder zurück zu holen – und vielleicht noch mehr. "Mein Ziel wäre es, dass das Team Hannes Arch in der Air-Race-Serie denselben Status erreicht wie Ferrari in der Formel 1. Ein bisschen Kult-Charakter, immer erfolgreich."
Neuer Rumpf
Und weil das Air-Race letztlich Motorsport ist, hat Arch im Winter investiert. In ein neues Flugzeug. Die Zivko Edge V3 – die dritte Version – hat einen völlig neuen, aerodynamisch verbesserten Rumpf bekommen, auch der Motor ist neu. Und um noch besser tüfteln zu können, hat sich Arch heuer neben seinem bewährten Techniker Vito Wyprächtinger mit Petrer Leitl einen Fachmann ins Team geholt, der, ähnlich wie in der Formel 1, Telemetrie-Daten sammeln wird, um Arch mit noch besseren Infos zu versorgen.
Der Vize-Weltmeister selbst wiederum hat sich schon eine Woche vor dem Saisonstart am Wochenende in Abu Dhabi zurückgenommen: "Einer der größten Fehler im Vorjahr war es, dass ich mich als Teamchef um alles kümmern muss: Sponsoren, Taktik, Technik, Medien – das Fliegen, der Sport an sich, kamen fast zu kurz. Das will ich ändern. Denn wenn ich mich voll aufs Fliegen konzentrieren kann, dann bin ich noch besser."
Das Selbstvertrauen passt. "Ja, ich denke schon, dass wir den anderen in praktisch allen Details einen Schritt voraus sind", sagt Arch, für den das erste Renn-Wochenende schon eine große Herausforderung ist: "Abu Dhabi ist mein Hauptsponsor. Im Vorjahr habe ich dort gewonnen, es ist wie mein Heimrennen – aber alle erwarten natürlich wieder einen Sieg." Der größte Gegner? Wohl Titelverteidiger Paul Bonhomme aus Großbritannien. Doch Arch ist cool – ebenso wie sein Fluganzug in der Wüste: Denn der kommt, um jeden Vorteil ausnützen zu können, in Abu Dhabi vor dem Flug frisch aus der Tiefkühltruhe: "Damit ich im Flieger kühlen Kopf bewahren kann."
Der Höhepunkt der Saison in diesem Jahr: Zweifellos das Gastspiel in New York; dort werden Arch und Co am 19./20. Juni direkt vor der Freiheitsstatue fliegen und wohl abermals hunderttausende Live-Zuschauer begeistern.
Features
Hannes Arch,
- Geboren: 22. September 1967 in Leoben, aufgewachsen in Trofaich
- Wohnort: Salzburg
- Familienstand: ledig
- Beruf: Drachenflieger, Base-Jumper, Paragleiter, Air-Race-Pilot
- Erfolge: Kunstflug-Europameister 2006, Air-Race-Weltmeister 2008, Vize-Weltmeister 2009
- Flugzeug: Zivko Edge 540 V3
Fotoserie
Air-Race-Termine 2010
- 26./27. März: Abu Dhabi
- 17./18. April: Perth
- 8./9. Mai: Rio de Janeiro
- 5./6. Juni: Windsor (Kanada)
- 19./20. Juni: New York
- 7./.8. August: Lausitzring (Deutschland)
- 19./20. August: Budapest
- 4./5. September: Lissabon














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