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Zuletzt aktualisiert: 06.07.2008 um 18:56 UhrKommentare

Der "dumme Bub" schlug zurück

Ausrutscher, Pannen, zwischen Schlagzeilen zermalmt. Aber Lewis Hamilton (23) gewinnt im strömenden Regen sein Heimrennen in Silverstone.

Lewis Hamilton

Foto © APALewis Hamilton

Ganz langsam, als wollte er jeden Zentimeter auskosten, tuckerte Lewis Hamilton auf den Parkplatz unter dem Podium. Noch langsamer kletterte er aus dem Cockpit. Stellte sich auf die Schnauze seines McLaren-Mercedes und breitete die Arme weit aus. So blieb Lewis Hamilton stehen. Als wollte er die ganze Welt umarmen.

Verspottet. Ein paar Stunden zuvor wird er genau diese Welt noch verflucht haben. Denn nach seinem Ausrutscher Tags zuvor, der ihm im Qualifikationstraining "nur" den vierten Startplatz eingebracht hatte, wurde er von Englands Boulevard-Presse am Sonntag wieder einmal mit Schlagzeilen geknüppelt. "Lewis ist ein dummer Bub", spöttelte "The People". "Hamilton auf einem rutschigen Abhang", "Lewis verliert alles" (The Mail on Sunday) und "Hamilton schlittert in Probleme" (Sunday Express) war beschlossene Sache. Per "Sunday Sport" warnte Hamilton selbst seine Fans: "Ich kann euch keinen Heimsieg versprechen."

Die Siegerliste. Von wegen. Schon auf den ersten Metern des gestrigen "Grand Prix von England" hatte Lewis Hamilton fast alles, in der vierten Runde praktisch alles gewonnen. Mit fulminantem Start schoss Hamilton in den Windschatten von Heikki Kovalainen. In der vierten Runde schnappte er sich seinen Teamkollegen. Und von diesem Augenblick an steuerte er auch bei teils strömendem Regen wie auf Schienen seinem Heimsieg entgegen. Als erster Brite seit David Coulthard (2000) und als erster Engländer gar seit Johnny Herbert (1995) steht das 23-jährige Bürschchen Lewis Hamilton damit auf einer Liste mit den Weltmeistern Nigel Mansell, Damon Hill, Jackie Stewart oder James Hunt.

Wenige Worte. So richtig bewusst war das Lewis Hamilton in den Augenblicken danach aber noch nicht. Mit funkelnden Augen sprach er zwar vom "bisher besten Rennen". Vom "großen Druck" nach einem "fürchterlichen Qualifying" und davon, dass er "zu hundert Prozent auf diesen Grand Prix fokussiert" gewesen sei.

"Macht euch keine Sorgen". Alles Übrige kommentierte er, wie große Sieger große Siege kommentieren. Mit ein paar Worten über die 90.000 Fans. Mit dem üblichen Dankeschön an sein gesamtes Team. Und auf den Stress und die Pannen der letzten Wochen angesprochen, meinte Hamilton nur: "Macht euch keine Sorgen um mich."

GERALD POTOTSCHNIG, SILVERSTONE

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2005: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2006: Fernando Alonso (ESP; Renault)
2007: Kimi Räikkönen (FIN; Ferrari)
2008: Lewis Hamilton (GBR; McLaren)
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2010: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2011: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)
2012: Sebastian Vettel (GER; Red Bull)

 

Formel-1-Rekordweltmeister

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1. Michael Schumacher (GER)
7 WM-Titel (1994,95,2000,01,02,03,04)
2. Juan Manuel Fangio (ARG)
5 WM-Titel (1951,54,55,56,57)
3. Alain Prost (FRA)
4 WM-Titel(1985,86,89,93)

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1. Ferrari
16 WM-Titel
2. Williams
9 WM-Titel
3. McLaren
8 WM-Titel

 

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