Die dummen Fehler
Lewis Hamilton hat viel von seiner Leichtigkeit verloren. Er schaut zwar noch aus wie der strahlende Champion, ist er es aber auch noch nach einigen Missgeschicken?

Foto © APHamilton startet in Magny Cours vom 13. Platz aus
Zerrende, nervige Kritik statt hymnisches Lob. In der Formel 1 drehen sich Stimmungen und Einschätzungen wie das sprichwörtliche Blatt im Wind. Im Vorjahr wurde Lewis Hamilton zum Superstar erkoren, zum Wunderkind erklärt. Äußerlich marschiert der junge Brite immer gleich durchs Fahrerlager. Makellos als kommender Champion, strahlendes Lächeln, stets freundlich. Aber dennoch: er hat etwas von der Leichtigkeit des Vorjahres eingebüßt, mit der er im Vorjahr in den ersten sieben Rennen sieben Mal aufs Podium gefahren war, in Kanada und in den USA gewann er. Und nach der verlorenen WM hat er für 2008 Großes versprochen. Er wird noch schneller sein, noch mehr Rennen gewinnen und keine Fehler machen.
"Cooles Rennen".
Aber gerade die Fehler sind nicht weniger geworden. Vor allem der Auffahr-Unfall in Kanada brachte viel Kritik. Die er runter
spielte. "Es war ein cooles Rennen, nur das Ergebnis stimmte für uns nicht." Er rutschte gestern in seiner schnellen Qualifying-Runde wieder raus, war Drittschnellster und startet heute wegen der Strafversetzung vom 13. Platz. Aussichtslos in Magny Cours.
Aus Fehlern lernt man. Eine WM "gewinnt man nicht nur durch gutes Rennfahren, die gewinnt man im Kopf" (Jackie Stewart). Hamilton wird den eigenen Druck reduzieren müssen. Damit nicht weitere dumme Fehler wie in Montreal passieren. Aber ein kleiner Trost, dumme Fehler haben auch schon andere gemacht.
2005, Michael Schumacher, Shanghai:
Der Deutsche fährt in der Einführungsrunde zick zack. Und knallt Christijan Albers ins Auto.
2004, Oliver Panis, Malaysia:
Wegen zu schnellen Fahrens in der Boxenstraße bekommt er eine Durchfahrtsstrafe, Da fährt er wieder zu schnell und darf gleich noch einmal eine Ehrenrunde durch die Box drehen.
1997, Alesi und Berger, Nürburgring:
Ross Brawn entwickelt um Frühstarts zu verhindern eine Art Handbremse, beide Fahrer vergessen diese zu klösen und fahren die erste Runde mit angezogener Handbremse.
1995, Eddie Irvine, Imola:
Der Ire bleibt statt bei seiner Jordan-Box bei Ligier stehen. Und schimpft über Funk weil keiner seine Reifen wechselt.
1991, Nigel Mansell, Montreal:
Er winkt als Führender in der letzten Runde den Fans zu, verfehlt eine Kurve und rutscht ins Kiesbett.
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Ist Hamilton immer noch so locker wie im Vorjahr?Foto © APA













