Cavendish ist erster australischer Gesamtsieger
Erster "Tour"-Gesamtsieg für den Australier Cadel Evans: Er gewann am Samstag das Zeitfahren, er hängte die Brüder Andy und Fränk Schleck aus Luxemburg weit über zwei Minuten ab.

Foto © APCadel Evans - mit "Siegertrophäe" - gewinnt die Tour 2011
Haben sie sich auf den nur etwas mehr als 60 Kilometern nach Grenoble fürchterlich verfranzt? Oder haben sie im Hotel in Alpe d'Huez zu spät ihre sieben Sache gepackt? Auf alle Fälle sind die Wagen des Radrennteams von Leopard-Trek viel zu spät vom Berg herunter gekommen. Zu einem Zeitpunkt, als die Rennstrecke des Einzelzeitfahrens bereits gesperrt und nicht mehr, wie geplant, zu besichtigen war.
Dabei hatte Leopard-Trek im Auto Andy Schleck sitzen. Mit dem am Vortag hinauf nach Alpe d'Huez eroberten Gelben Trikot. Und dessen Bruder Frank, zumindest noch in Schlagweite eines Tour-Sieges. Die beiden kannten die extrem schwierige Strecke des 42,5 km langen Zeitfahrens noch nicht. Ihre größter Konkurrent, Cadel Evans, ohnehin der bessere Zeitfahrer, kannte den Kurs in- und auswendig. Er hat auf haargenau den gleichen Straßen vor wenigen Wochen bei der Dauphiné Libéré ein Zeitfahren bestritten.
Uhr tickte für Evans
Sehr früh, genau genommen zu diesem Zeitpunkt, hat damit bereits die Uhr für Cadel Evans zu ticken begonnen. Nicht ahnend, dass am vorletzten Tag der Tour de France jede Sekunde für ihn entscheiden würde. Evans fuhr ein fulminantes Zeitfahren. Er musste sich nur Tony Martin, dem sympathischen Burschen aus Bernd Eisels HTC-Team, geschlagen geben. Und das nur um knappe sieben Sekunden. Die beiden Schleck-Brüder hat er vom ersten Kurbeltritt an Sekunde für Sekunde abgehängt, am Ende waren es bei beiden weit über zwei Minuten.
Als Cadel Evans später auf dem Podium stand und ins Gelbe Trikot schlüpfte, da kämpfte er mit zusammengepressten Lippen mit den Tränen. Wohl wissend, dass er mit seinen schon 34 Jahren und nach zwei zweiten Plätzen (2007, 2008) heute doch noch die Tour de France gewinnen wird. Als erster Australier und als drittältester Tour-Sieger aller Zeiten. "Ich hoffe, die Leute in Australien genießen diese Momente", sagte Evans, der 2001 und 2004 auch zwei Mal die Österreich-Rundfahrt gewonnen hat, in einem seiner ersten Interview. "Ich hoffe nur, dass es Sonntag in Paris nicht regnet. Nicht dass es auf den Pflastersteinen der Champs-Elysées noch ein Drama gibt . . . "
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Ergebnisse der 20. Etappe
- 1. Tony Martin (GER) HTC-Highroad 55:33 Minuten (45,9 km/h)
- 2. Cadel Evans(AUS) BMC +0:06 Minuten
- 3. Alberto Contador (ESP) 1:05
- 4. Thomasde Gendt (BEL) Vacansoleil 1:28
- 5. Richie Porte (AUS) Saxo Bank 1:30
- 6. Jean-Christophe Peraud (FRA) AG2R 1:32
- 7. Samuel Sanchez(ESP) Euskaltel 1:36
- 8. Fabian Cancellara (SUI) Leopard-Trek 1:42
- 13.Thomas Voeckler (FRA) Europcar 2:13
- 16. Andy Schleck (LUX)Leopard-Trek 2:37
- 20. Fränk Schleck (LUX) Leopard-Trek 2:40










