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Boonen sagte Antreten bei Tour de France ab Wiggins ist britische "Sportpersönlichkeit des Jahres" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Tour de France Nächster Artikel Boonen sagte Antreten bei Tour de France ab Wiggins ist britische "Sportpersönlichkeit des Jahres"
Zuletzt aktualisiert: 16.07.2011 um 21:16 UhrKommentare

Tour-Tagebuch: "Der vorletzte Tag bringt's"

Die großen Favoriten fahren in den Bergen annähernd gleich stark.

Sie belauern sich, die Favoriten der Tour wie Alberto Contador (links) oder Fränk Schleck (rechts), aber Thomas Voeckler fährt weiter im Gelben Trikot

Foto © APSie belauern sich, die Favoriten der Tour wie Alberto Contador (links) oder Fränk Schleck (rechts), aber Thomas Voeckler fährt weiter im Gelben Trikot

Das war der bisher schwerste Tag. Aber ich habe meine Aufgabe erfüllt, unseren Sprinter Mark Cavendish innerhalb der Karenzzeit ins Ziel geführt. Obwohl es von der Zeit her schon recht knapp war. Ein Rückstand von 28:12 Minuten war vorgeschrieben, wir beide überquerten 26:54 Minuten hinter Sieger Vanendert die Ziellinie auf dem Plateau de Beille.

Es mag vielleicht für andere frustrierend sein, wenn man nur auf einen Teamkollegen aufpassen muss, obwohl man sich selbst besser fühlt und vielleicht weiter vorne fahren könnte. Aber deswegen bin ich ja da. Dafür wurde ich von unserer Teamführung nominiert. Und es lief ja wirklich auf allen Bergetappen ganz gut.

Bis auf einmal. Das war auf einer schnellen Abfahrt, ich hatte schon leichte Schwierigkeiten in einer Kehre, "Cav" hinter mir touchierte dann doch die Leitschiene. Aber zum Glück ist ihm nichts passiert. Am Sonntag steht wieder eine Flachetappe auf dem Programm, da werden wir uns mehr an der Spitze aufhalten.

Gut, ich hatte jetzt in den Pyrenäen keine ganz großen Aufgaben zu erfüllen. Ich bekomme auch nur wenig vom Renngeschehen an der Spitze mit. Habe dafür mehr Zeit, die unglaubliche Atmosphäre bei der Tour zu inhalieren. Die Leute sind ein Wahnsinn. Sie feiern, sie feuern uns an, sie stehen stundenlang neben der Straße und stundenlang nach der Tour wiederum stundenlang im Stau bei der Abfahrt. Aber sie freuen sich mit Thomas Voeckler. Und der Franzose ist richtig gut.

Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Damit habe ich gerechnet. Denn es warten noch wahre Monster in den Alpen. Vielleicht lanciert da einer der Favoriten die entscheidende Attacke. Aber ich glaube, die Stars fahren alle auf einem annähernd gleichen Niveau. So dürfte erst das Einzelzeitfahren am kommenden Samstag in Grenoble die Entscheidung über Sieg und Niederlage bringen. Das habe ich auch immer gesagt. Und so ist für mich auch nach wie vor Alberto Contador der ganz große Favorit auf den Toursieg. Dass es Thomas Voeckler schafft, glaube ich doch nicht ganz.

Bernhard Eisel, Profi bei HTC-Highroad, fährt seine achte Tour de France.

Bernhard Eisel

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