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Boonen sagte Antreten bei Tour de France ab Wiggins ist britische "Sportpersönlichkeit des Jahres" Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Tour de France Nächster Artikel Boonen sagte Antreten bei Tour de France ab Wiggins ist britische "Sportpersönlichkeit des Jahres"
Zuletzt aktualisiert: 20.07.2010 um 20:04 UhrKommentare

Eine Attacke und die Bitte um Verzeihung

Fast hätte Lance Armstrong auch bei seiner letzten Tour einen Sieg gelandet - aber nur fast. Contador bittet um Nachsicht und führt weiter vor Schleck.

Pause im Duell Schleck gegen Contador - dafür attackierte Lance Armstrong

Foto © ReutersPause im Duell Schleck gegen Contador - dafür attackierte Lance Armstrong

Lustig hatten sie sich schon über ihn gemacht. Das konnte Lance Armstrong nicht auf sich sitzen lassen. Bei der Fahrt hinauf auf das Dach der Tour de France, den 2115 Meter hohen Col du Tourmalet, einem der Schicksalsberge in den Pyrenäen, attackierte der US-Amerikaner.

Doch mit 38 Jahren klettert er nicht mehr so souverän wie früher. Auch wenn er auf der 16. Etappe über 199,5 Kilometer zu den Besten zählte, auch wenn er zuvor gescherzt hatte, dass "die Form kommt". Aber es war für Armstrong wohl so ähnlich wie für den alten Mann in der Novelle von Ernest Hemingway. Armstrong hatte den Fisch an der Angel, er kämpfte mit dem Berg - doch letztlich fraßen ihm die Fluchtgefährten das Fleisch vom Gerippe und ihm blieb weder der Bergsieg am Col du Tourmalet, noch der Etappensieg, der an den Franzosen Pierrick Fedrigo ging.

Schützenhilfe

Armstrong resignierte im Zielsprint der neun Ausreißer, sah die Aussichtslosigkeit des Unterfangens ein, gab auf, rollte als Sechster über die Ziellinie in Pau. Und auch wenn er sich auf Gesamtrang 25 verbesserte, der insgeheim gehegte Plan, seine letzte Tour doch noch mit einem Etappensieg auf einer der schweren Pyrenäen-Etappen zu krönen, er scheint nicht aufzugehen.

Dabei hatten die Favoriten diesmal kein Interesse, die Flüchtigen zu stellen. Und nach wie vor diskutierte man, ob die Attacke von Alberto Contador just zu dem Zeitpunkt, als sein Kontrahent Andy Schleck Defekt hatte, richtig war. Von Champions früherer Jahre erhielt der Spanier Schützenhilfe. "Wenn andere technische Probleme hatten, haben wir attackiert", sagte der zweifache Tour-Sieger Laurent Fignon.

Contador jedenfalls plagte sein Gewissen. "Vielleicht habe ich mich geirrt, das tut mir leid", sagte er, "diese Sache gefällt mir nicht. Für mich ist Fair-Play sehr wichtig!" Am Mittwoch ist auf jeden Fall Ruhetag, ehe es am Mittwoch noch einmal auf den Col du Tourmalet geht - wohl die Entscheidung.

Tour de France, 16. Etappe, Bagneres-de-Luchon - Pau (199,5 km): 1. Fedrigo (FRA) Bouygues 5:31:43 Std.; 2. Casar (FRA) FdJeux; 3. Plaza (ESP) Caisse d'Epargne; 4. Cunego (ITA) Lampre; 5. Horner (USA) RadioShack; 6. Armstrong (USA) RadioShack. Weiter: 10. Hushovd (NOR) Cervelo +6:45.; 21. Andy Schleck (LUX) Saxo Bank; 22. Alberto Contador (ESP) Astana, beide gl. Zeit; 117. Bernhard Eisel (AUT) Columbia 34:48; 126. Thomas Rohregger (AUT) Milram, gl. Zeit

Gesamtwertung: 1. Contador 78:29:10 Std. - 2. Schleck +0:08 Min.; 3. Samuel Sanchez (ESP) Euskaltel +2:00; 4. Denis Mentschow (RUS) Rabobank 2:13 Weiter: 77. Rohregger 2:00:55 Std.; 155. Eisel 3:18:19


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