Vorschrift
In Graz wird diskutiert, ob man sich einen deutschen Top-Trainer leisten soll, der Weltklasse verspricht. Dabei rennt der Schmäh, dass Österreich im Schwimmen ohnehin Weltklasse sei. Zwar nicht im Becken, aber was die Zahl der Funktionäre betrifft, die dabei sind. Drei dieser Funktionäre soll Dinko Jukic, momentan Österreichs einziger Weltklasse-Schwimmer, beleidigt haben. Weil er sich ungerecht behandelt fühlte (was oft vorkommt). Weil er den Funktionären Ahnungslosigkeit vorwarf (was nicht ausgeschlossen werden kann).
Jetzt hat man Jukic die Rechnung präsentiert. Er wird für ein Jahr aus dem Verkehr gezogen. Der Funktionär ist hierzulande eben wichtiger als der Sportler.
Es hätte viele andere Möglichkeiten gegeben: Geldstrafen. Entzug von Förderungen. "Straftraining" mit dem Nachwuchs. Aber das lassen die Statuten nicht zu - und Vorschrift ist Vorschrift.
Also wurde ein Berufsverbot verhängt. Eine Beleidigung für den Athleten, ein Brandbeschleuniger im Konflikt, der mit Jukics Rücktritt enden könnte. Der Verlierer wäre der Sport.
Die Funktionäre werden bleiben - schließlich gilt es, die verbleibende Masse an Weltklasse-Schwimmern aus Österreich zu betreuen. Oder?
Oder man ändert die Vorschriften und sperrt unfähige Funktionäre. Lebenslang.
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