Hört Dinko Jukic jetzt auf?
Wegen der Beschimpfung von Verbandsfunktionären wurde Schwimmer Dinko Jukic für zehn Monate unbedingt und zwei weitere Monate teilbedingt gesperrt. Doch der 23-Jährige erkennt das dreiköpfige Verbandsgericht nicht an.

Foto © GEPAKehrt Dinko Jukic jetzt Österreich und dem Schwimmsport den Rücken?
Dinko Jukic ist ein guter Schwimmer, aber ein schlechter Diplomat. Und als bei der EM in Debrecen im Mai dieses Jahres einiges nicht nach den Vorstellungen des 23-Jährigen lief, ging dieser zum Angriff über. Im Visier: Funktionäre des österreichischen Verbandes, die er wüst beschimpfte. Jetzt bekam der Olympia-Vierte und Österreichs bester Schwimmer dafür die Rechnung präsentiert: Ein dreiköpfiges Verbandsgericht sperrte den gebürtigen Kroaten für zehn Monate unbedingt und für zwei weitere Monate teilbedingt. Bei Weitem nicht die Höchststrafe, wie sich der Vorsitzende, Anwalt Herbert Schachter, beeilt zu erwähnen: "Das wäre der Ausschluss aus dem Verband gewesen. Und dann hätten wir ihn auch für zwei Jahre sperren können. In diesem Strafausmaß wurden große Meisterschaften aber berücksichtigt." Theoretisch mag das stimmen, weil Jukic selbst angekündigt hat, die Kurzbahn-Saison auslassen zu wollen. Praktisch darf er trotzdem keinen einzigen Wettkampf schwimmen.
Jukic derzeit auf Urlaub
Jukic, der das Gericht "nicht anerkennt", hatte für diesen Fall sein Karriereende angekündigt. Das aktuelle Urteil kommentierte er nicht. Doch in einem Interview mit der Zeitschrift "News" sagte er vorab, dass er das Gericht nicht anerkennt, "weil es formalrechtlich nicht existiert". Daher sei eine Sperre nicht möglich. Weiter fordert er abermals eine Absetzung des jetzigen Vorstandes beim Verbandstag: "So kann es nicht weitergehen! Für mich ist es unmöglich, mich unter diesen Umständen, wo jeder hinterrücks gegen jeden arbeitet, weitere vier Jahre vorzubereiten. Will ich auch nicht", sagte Jukic und ergänzte: "Wenn der Vorstand der gleiche bleibt, ohne Erneuerung, war's das für mich!"
Es bleibt also spannend. Das Gericht beruft sich in seinem Urteil darauf, dass Jukic "keinen Anlass hatte, auszurasten. Ihm wurde erklärt, warum man schon am Sonntag und nicht erst am Montag abreisen will. Er aber hat vor einer großen Anzahl von Personen die Funktionäre wirklich laut brüllend attackiert, fast eine Viertelstunde lang. Er drohte auch, handgreiflich zu werden. Dazu gab es Gelegenheit zur Entschuldigung, die er nicht wahrgenommen hat", sagt Schachter. Das nächste Kapitel: Jukic könnte beim Verbandstag Berufung einlegen - dort, wo auch Neuwahlen in Szene gehen.
Jene Neuwahlen, von denen Jukic sich einen neuen Vorstand erwartet - sonst will er aufhören. Es deutet also alles auf ein Duell des aktuellen Präsidenten Paul Schauer, der das Urteil gegen Jukic ebenso wie der Verurteilte nicht kommentierte, gegen Jukic hin. Man darf gespannt sein...
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Dinko Jukic
- Geboren: 9. Jänner 1989 in Dubrovnik/CRO (seit 2001 Österreicher)
- Größe/Gewicht: 1,94 m/91 kg
- Familienstand: ledig
- Verein: SC Austria Wien
- Trainer: Zeljko Jukic (Vater)
- Beruf: Student
Größte Erfolge, Langbahn
- Olympia: 4. 200 m Delfin, 9. 100 m Delfin 2012, 10. 200 m Delfin 2008
- EM: Silber 200 m Lagen, Bronze 400 m Lagen und 4 x 200 m Kraul 2008
- WM: 6. 200 m Delfin 2009 und 7. 2011
- Jugend-WM: Gold 200 m Delfin und Bronze 400 m Lagen 2006
- Jugend-EM: 2 Mal Gold, je 1 Mal Silber und Bronze 2007
Größte Erfolge, Kurzbahn
- EM: Gold 400 m Lagen 2008, 200 m Delfin 2010
- EM: Silber 200 m Delfin 2008, Bronze 2009, Bronze 200 m Lagen 201
- WM: Bronze 400 m Lagen 2008
- Sonstiges: Träger des österreichischen Jugendsport-Preises 2007













